Titel: Glühofen für Eisenwaaren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 229/Miszelle 4 (S. 393)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj229/mi229mi04_4

Glühofen für Eisenwaaren.

Gegenüber der gewöhnlichen Construction von Glühöfen bedienen sich E. James und S. Thomas in Bilston der nachstehend nach dem Iron Age beschriebenen Einrichtung, welche sich sowohl für das Ausglühen im offenen, als im geschlossenen Raum eignet. Die zur Erhitzung des Ofens bestimmten Gase durchlaufen mehr oder weniger horizontale Züge, welche unter der durchlochten Bodenplatte des ersteren angebracht sind, und münden am Ende des Ofens durch eine ebenfalls durchlochte Feuerbrücke in diesen selbst, in welchem sie ihre Richtung im umgekehrten Sinne verfolgen. Auf dem durchlochten Boden des Ofens befinden sich die mit den auszuglühenden Gegenständen versehenen Gefäſse. Die auf ihrem Wege durch den Ofen und nach dem Schornstein noch etwa unverbrannten Gastheilchen mischen sich. mit der durch die Bodenöffnungen aufsteigenden heiſsen Luft, wodurch eine vollständige Verbrennung erzielt wird. An der erwähnten Feuerbrücke befinden sich ebenfalls mit der Atmosphäre in Verbindung stehende Luftkanäle, welche zur vollständigen Verbrennung beitragen. Durch diese Construction entsteht eine ganz gleichmäſsige Temperatur, da die Gase den Boden des Ofens sowohl von unten, als von oben erhitzen und die Glühgefäſse von allen Seiten umstreichen. Es folgt daraus die Möglichkeit einer gleichförmigen Ausdehnung und Zusammenziehung des Metalles, aus welchem die Gefäſse bestehen, wodurch das häufige Wrackwerden derselben vermieden und gleichfalls ein vollkommeneres Ausglühen ihres Inhaltes erzielt wird. Auſserdem wird letzterer, namentlich wenn er aus dünnen, zum Verzinnen oder Galvanisiren bestimmten Platten besteht, durch das gleichmäſsige Glühen vollständig biegsam und erhält eine glatte Oberfläche, welche für viele Handelsartikel so sehr gewünscht wird.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: