Titel: Zur Untersuchung von Sprenggelatine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 229/Miszelle 9 (S. 484–485)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj229/mi229mi05_9

Zur Untersuchung von Sprenggelatine.

Bei der chemischen Untersuchung von Sprenggelatine, ein Gemenge von Nitroglycerin und Nitrocellulose, ist es schwer, die Bestandtheile von einander durch einfache Lösung zu trennen, wenn man nach F. Heſs (Mittheilungen über Gegenstände des Artilleriewesens, 1878 S. 122) nicht folgendes Verfahren einschlägt.

Das mehr oder weniger gelatinöse Gemenge wird bei 40 bis 50° mit etwa dem 20fachen Gewicht von wasserfreiem Methylalkohol ausgezogen. Das gesammte Nitroglycerin und die niederen Nitrirungsstufen der Nitrocellulose lösen sich, die höher nitrirten Theile und die etwa beigemengte einfache Cellulose bleiben zurück. Handelt es sich nicht um eine Trennung der einzelnen Bestandtheile der Nitrocellulose von einander, sondern nur um Trennung des Sprengöles von der letzteren, so versetzt man die das Ungelöste noch enthaltende Flüssigkeit mit einem Ueberschuſs von Chloroform, durch welchen die in Lösung gegangenen Partien der Nitrocellulose sofort wieder in Form schleimiger Massen gefällt werden. Nachdem sich der Niederschlag gesetzt hat, wird durch ein bei 100° getrocknetes und gewogenes Leinenläppchen filtrirt, mit Chloroform unter beständigem Durchkneten des Niederschlages (mit einem Glasstabe) gewaschen und das Filter, nachdem man es bei 100° getrocknet |485| hat, wieder gewogen. Die Gewichtszunahme des Filters gibt die Menge der gesammten Nitrocellulose, während jene des Nitroglycerins aus der Holzgeist und Chloroform enthaltenden Lösung durch langsame Verdunstung bestimmt wird.

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