Titel: Pardon's Militärtelegraph.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 229/Miszelle 7 (S. 564–565)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj229/mi229mi06_7

Pardon's Militärtelegraph.

Pardon, Director der Telegraphenwerkstätte bei der Eisenbahncentralstation Mailand, hat einen auch in Paris ausgestellten Feldtelegraphen hergestellt, welcher mit Magnetinductionsströmen arbeitet und bei einem Widerstande von 1000km Normaleisendraht (von 4mm) noch nicht versagte. Der Inductor besteht aus einem Bündel Jamin'scher Hufeisenmagnete, trägt auf den Polen zwei gerade Inductionsspulen, deren Kerne von den Hufeisen inducirt sind. Vor den freien Kernenden liegt ein Eisenanker an dem einen Ende eines Hebels, dessen anderes Ende mit einem Knopfe versehen ist; drückt man den Knopf nieder, so wird der Anker von den Polen losgerissen und erregt einen Inductionsstrom in den Spulen; läſst man den Knopf los, so führt eine kräftige Feder den Anker an die Pole zurück, und es entsteht ein entgegengesetzter Strom in den Spulen. In der Ruhelage stellen Contactfedern unter dem Knopfe die unmittelbare Verbindung der Linie mit dem Empfänger her; beim Arbeiten hebt der Fingerdruck das die Federn tragende Ebonitstück und unterbricht den Contact.

|565|

Der Empfänger ist ein eigenthümlicher polarisirter Farbschreiber. Die Kerne seines Elektromagnetes sitzen auf den Polen eines Stabmagnetes, ihre Enden besitzen also entgegengesetzten Magnetismus. Die Spulen liegen horizontal über einander und zwischen den Kernenden schwingt eine magnetisirte Stahlzunge, welche an ihrem anderen Ende die Schneide trägt, die den Papierstreifen gegen das Farbscheibchen zu bewegen hat. In der Ruhe liegt die Stahlzunge an dem ihr entgegengesetzt polaren obern Kernende, an welches sie auch eine schwache Feder andrückt. Der beim Niederdrücken des Tasters entsendete Strom vernichtet den Magnetismus der Kerne und legt die Zunge an den untern Kern, führt also den Streifen an das Farbscheibchen. Die Zunge bleibt beim Aufhören des Stromes am untern Kern liegen, weil die schwache Feder allein sie nicht abzureiſsen vermag; kommt aber darauf ein Strom von entgegengesetzter Richtung, so verstärkt er den Magnetismus der Kerne so weit, daſs die Zunge sich wieder an den oberen Kerne legt. Das Gewicht des Ganzen erreicht noch nicht 10k und kann somit bequem von einem Soldaten getragen werden. Die mit diesem Telegraphen von den italienischen Genie-Truppen angestellten Versuche sind günstig ausgefallen. (Nach L'Elettricista, 1878 S. 340.)

E–e.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: