Titel: Laugier, über Säuren in Oelen.
Autor: Laugier, E.
Fundstelle: 1878, Band 230 (S. 430–432)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj230/ar230109

Bestimmung freier Säuren in den Oelen; von E. Laugier.

Im Bulletin de la Société scientifique industrielle de Marseille empfiehlt E. Laugier folgende zwei Methoden zur Bestimmung von freien Säuren in Oelen.

Bei dem ersten Verfahren, welches darauf beruht, daſs die fetten Oele, mit Ausnahme des Ricinusöles, in Alkohol fast vollständig unlöslich sind, während der letztere sehr leicht die fetten Säuren und das |431| Glycerin löst, werden in einer Glasflasche, die 100cc fast, 10g Oel mit 50cc Alkohol von 90° gemischt. Ist der anfänglich milchige Alkohol bei einer Temperatur von 30° klar geworden, so decantirt man ihn in ein tarirtes Schälchen. Das Oel wird dann noch wiederholt mit gleichen Mengen Alkohol gewaschen; gewöhnlich genügen vier Waschungen, was zusammen 200cc Alkohol gibt. Es ist wünschenswerth, immer unter denselben Umständen zu arbeiten, um so leicht für diejenige Menge neutralen Oeles, welche sich mit den fetten Säuren im Alkohol löst, eine Correctur anbringen zu können. Diese Menge kann ein für alle Mal bestimmt werden, indem man ein vollkommen neutrales Oel derselben Art mit Alkohol behandelt. Nachdem die fetten Säuren aus dein Oel ausgezogen sind, wird letzteres, um die Spuren von Wasser und Alkohol zu verjagen, welche es etwa zurückhält, im Wasserbade erwärmt; darauf wird es gewogen. Der Rückstand, welcher beim Abdampfen der alkoholischen Lösung bleibt, wird ebenfalls gewogen und gibt die Menge der fetten Säuren und des Glycerins, welche in dem untersuchten Muster enthalten sind.

Das zweite Verfahren besteht darin, daſs man das zu untersuchende Oel mit kohlensaurem Natron sättigt und dann in einem Extractionsapparat mit Aether auszieht. Das Stearinsäure und palmitinsaure Natron sind in Aether vollkommen unlöslich; letzterer löst nur das Neutrale Oel und Spuren von ölsaurem Natron. Nachdem die Extraction beendet ist, wird der Aether abgedampft; der Rückstand gibt die Menge des neutralen Oeles und des ölsauren Natrons. Diese beiden kann man durch Waschen mit destillirtem Wasser trennen. Die Menge des in Lösung gegangenen ölsauren Natrons ist aber meist so gering, daſs man das Waschen sparen und direct den Rückstand, der sich beim Abdampfen des Aethers ergibt, wiegen kann. Um genaue Resultate zu erlangen, ist es selbstverständlich nothwendig, daſs das kohlensaure Natron vollkommen neutral ist. Das Gemisch von Soda und Oel wird in einem kleinen Glasschälchen gewogen; die beiden Substanzen bleiben dann 5 bis 6 Stunden mit einander in Berührung und werden während der Zeit wiederholt mit einem Glasstab umgerührt. Nach Verlauf dieser Zeit setzt man zu der Flüssigkeit das gleiche bis doppelte Volum eines Gemisches aus gleichen Theilen fein gestoſsenem Bimsstein und Talkpulver. Man schüttelt durch einander und erhält so eine fast trockene Masse, die man in den Extractionsapparat bringt. Sodann gibt man in den Apparat, der ungefähr 100cc fassen raufe, 40 bis 50cc Aether und setzt ihn dann in Thätigkeit. Die Extraction ist beendigt, wenn einige Tropfen des abflieſsenden Aethers bei der freiwilligen Verdunstung in einem Porzellanschälchen keinen Rückstand lassen. Man verjagt alsdann den Aether durch langsames Abdampfen oder besser durch Destillation, um ihn für eine folgende Untersuchung wieder benutzen zu können, und wiegt den Rückstand. |432| Will man ein ganz genaues Resultat haben, so wird der Rückstand erst noch mit destillirtem Wasser gewaschen, und muſs er dann vor dem Wiegen eine Zeitlang im Wasserbade erwärmt werden, um die letzten Spuren Wasser zu vertreiben.

Laugier erklärt die gewöhnliche Annahme, daſs die in den Fetten enthaltene freie Säure Oelsäure ist, für falsch; man habe gewöhnlich ein Gemisch von fetten Säuren, welches je nach der Natur des Fettes sehr verschieden sei.

Dte.

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