Titel: Vogl's Ketten-Wassermotor für Stromwasser.
Autor: Vogl, M.
Fundstelle: 1878, Band 230 (S. 468–469)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj230/ar230119

Ketten-Wassermotor für Stromwasser; von M. Vogl.

Mit Abbildungen auf Tafel 39.

Dieser Ketten-Wassermotor hat den Zweck, eine möglichst groſse Kraft vom Stromwasser aufzunehmen und dieselbe mit einer groſsen Tourenzahl der Hauptwelle durch eine Transmission mit Universalgelenken auf das Ufer zu übertragen. Es läſst sich ein höherer Nutzeffect von diesem Wassermotor gegenüber den gewöhnlichen Schiffsmühlwasserrädern voraussetzen, da derselbe sehr tief in das Stromwasser |469| eingehängt werden kann, wodurch eine groſse wirksame Schaufelfläche entsteht.

In Fig. 1 und 2 Taf. 39 ist der Motor auf zwei mit einander verbundenen Tragflöſsen dargestellt. Fig. 3 zeigt den in Wasser tauchenden Theil der Schaufel kette. Von den beiden Wellen W1 und W2 liegt die erstere über dem Wasser in zwei auf den Flöſsen befestigten Lagern und überträgt die vom Wasser aufgenommene Kraft auf die Transmission, während die andere Welle (W2) durch ein Stellzeug mit zwei Schraubenzügen g gehoben oder entsprechend tief in das Wasser niedergelassen werden kann und durch die Ketten lose mitbewegt wird. Beide Wellen sind mit zwei Verbindungsbalken f verkuppelt und werden durch dieselben in fester Entfernung von einander gehalten. Ueber diese Wellen sind zwei oder mehrere Ketten ohne Ende gespannt, deren Glieder ab dreischenklig geformt sind und die Warzenringe h, die auf beiden Wellen befestigt sind, zur Hälfte umfassen. Die Welle W2 hat zwischen den Warzenringen h einen kleineren Durchmesser, wodurch der Widerstand derselben gegen den Strom verringert wird.

Die Schaufeln c sind durch Gelenkbänder mit den Kettenbolzen verbunden und können sich, so weit zwischen zwei Kettengliedern freier Raum ist, bewegen. Dadurch soll erreicht werden, daſs sich die Schaufeln, sobald sie den tiefsten Punkt erreicht haben und rückwärts wieder in die Höhe steigen, von selbst so drehen, daſs sie dem Stromwasser den geringsten Widerstand leisten, d.h. den Motor am wenigsten entgegen arbeiten. Sobald aber die Schaufeln den höchsten Punkt erreichen, fallen dieselben durch ihr Uebergewicht in eine geneigte Lage und kommen so dem Stromwasser entgegen zu stehen.

Durch das Stellzeug kann der Betrieb regulirt, erforderlichen Falles ganz abgestellt werden.

Die beiden Flöſse, aus entsprechenden Hölzern hergestellt, sind mit einander steif verbunden und tragen den Motor zu beiden Seiten in Lagern und mit den Aufzugsstangen g; dieselben sind schiffförmig abgerundet und werden wie eine gewöhnliche Schiffsmühle in den Strom gehängt. Des veränderlichen Wasserstandes wegen ist die hölzerne Transmissionswelle l (Fig. 2) an beiden Enden mit kräftigen Universalgelenken versehen. Der ganze Motor läſst sich leicht in einzelnen Theilen aus dem Wasser nehmen oder auf demselben zusammensetzen.

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