Titel: Ueber gefälschte Seifen; von Emil Picard.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 230/Miszelle 13 (S. 368–369)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj230/mi230mi04_13
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Ueber gefälschte Seifen; von Emil Picard.

E. Picard bespricht im Bulletin du Musée de l'Industrie de Belgique, 1878 S. 25 in einem Artikel über Schmierseifen und ihre Verfälschungen den schädlichen Einfluſs, welchen verschiedene gefüllte Seifen auf Zeuge u.s.w. ausüben. Von den Füllungen mit Harz, Kartoffelmehl, Wasserglas und Thonerde hält er allein die zuletzt genannte Substanz für unschädlich. Dagegen behauptet er, daſs Harzseifen die Haut angreifen und die Wäsche gelb machen, worin ihm jedoch Referent nach seinen Erfahrungen nicht beistimmen kann. Für sehr schädlich erklärt er die mit Stärke und Wasserglas gefüllten Seifen. Durch einen Zusatz von Kartoffelmehl erhalten die Schmierseifen bekanntlich die Fähigkeit, eine groſse Menge Wasser und Lauge aufzunehmen. In Folge dessen pflegen alle stärkehaltigen Seifen einen sehr groſsen Ueberschuſs von Alkali zu haben und greift dieses die Zeugfaser sehr an. Wird die Wäsche mit solcher Seife gekocht, so durchzieht sie sich mit Stärke und wird in Folge dessen schnell gelb. Das Wasserglas zersetzt sich beim Gebrauch der Seife; ein Theil der abgeschiedenen Kieselsäure schlägt sich auf die Zeugfaser nieder und zerstört diese sehr schnell. Wasser, das vom Waschen wollener Stoffe mit Stärke- und Wasserglas-haltiger Seife herrührt, hält beträchtliche Mengen Schwefel und Ammoniak, die von der Zersetzung der Wollfaser stammen. Seidene und baumwollene Stoffe, die mit solcher Seife gewaschen sind, zeigen sich unter dem Mikroskop betrachtet, angegriffen; die Fasern erscheinen zerrissen und das ganze Gewebe wollig rauh (vgl. 1873 210 370).

Dte.

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