Titel: Herstellung von Schlackenwolle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 230/Miszelle 9 (S. 366–367)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj230/mi230mi04_9

Herstellung von Schlackenwolle.

A. D. Elbers in Hoboken, N.-Y (* D. R. P. Nr. 2119 vom 11. Juli 1877), schlägt vor, die feinere Schlackenwolle von den gröberen Theilen dadurch zu trennen, daſs wie bisher (vgl. * 1877 223 70) die Schlacke durch einen Dampfstrom zertheilt, durch einen zweiten, von unten nach oben gerichteten Strahl jedoch der Schlackenwollenstrom schräg aufwärts getrieben wird. Die schweren Körner fallen zu Boden, die leichte Wolle gelangt durch eine Oeffnung in der Decke in einen anderen Raum, um sich hier je nach der Schwere in verschiedenen Kästen zu sammeln.

Um die Wolle gegen Feuchtigkeit widerstandsfähiger zu machen, wird sie in verschlossenen Kästen mit etwas Harz erhitzt und dadurch gleichmäſsig mit theerigen Stoffen getränkt.

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Nach einem Anfang 1878 in amerikanischen Fachschriften veröffentlichten Verfahren, welches auf den Greenwood Eisenwerken in Orange County eingeführt ist, wird eine Sortirung der Schlackenwolle dadurch erzielt, daſs man dieselbe durch den angewendeten einzigen Dampfstrahl in einen Raum bläst, welcher der Höhe nach in Abtheilungen getrennt ist. Zur Aufnahme der Wolle dient nämlich ein Gebäude von über 9m Länge und 4m,3 Breite, dessen Giebel 6m,4 über der Sohle liegt und welches innen durchaus mit Eisenblech bekleidet ist. In der der Schlackenbahn zugekehrten Giebelseite befindet sich eine Fensteröffnung und unterhalb derselben eine schräg abfallende Blechwand. Die zur Herstellung der Wolle dienende Schlacke wird in eisernen Kastenwagen vor die am Fuſse der Giebelwand ausgesparte Oeffnung gefahren, wo man dieselbe auf eine geneigte Rinne ausflieſsen läſst. In einer Entfernung von etwa 76mm unterhalb der letzteren mündet ein geschlitztes Dampfrohr, welches die Schlacke in fein zertheiltem Zustand in das Gebäude hineintreibt, in welchem dieselbe je nach der Feinheit der Schlacken laden höher steigt. Diese Vorrichtung hat jedenfalls vor den sonst üblichen (*vgl. 1877 223 70) den Vortheil, daſs der Zufluſs des Schlackenstromes nach Belieben regulirt werden kann, wodurch ein gleichmäſsigeres Product erzielt wird, als wenn die Schlacke direct aus dem Hohofen auf einen Dampfstrom fällt. Das beschriebene Gebäude ist in 3 Etagen getheilt, und die in denselben abgelagerte Wolle ist an Feinheit der Faser wesentlich von einander verschieden, 1cbm Schlacke wiegt etwa 3050k, während die im unteren Theil des Gebäudes abgelagerte Wolle für 1cbm nur 435k, die in den mittleren Schichten nur 255k und die Wolle in der obersten Abtheilung nur 125k wiegt.

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