Titel: Herstellung emaillirter Eisenwaaren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 230/Miszelle 9 (S. 449)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj230/mi230mi05_9

Herstellung emaillirter Eisenwaaren.

Nach F. G. und W. F. Niedringhaus in St. Louis, Nordamerika (D. R. P. Nr. 1270 vom 13. November 1877), wird dadurch ein dauerhafterer und hübscherer Emailüberzug erzielt, daſs während des Emaillirungsprocesses eine Oxydation auf der metallischen Grundfläche hervorgerufen wird. Zunächst werden 100k reines Silicat (soll wohl Quarz sein? Ref.), 5 bis 10k Natronsalpeter, 30k Soda, 10k Potasche, 50k Borax und 8k Braunstein gemischt, völlig geschmolzen und dann 10 Stunden lang mit 6k Thon unter Zusatz von Wasser gemahlen. In diese breiige Masse werden die im Säurebade gereinigten und mit Wasser abgewaschenen eisernen Gegenstände eingetaucht und dann in einem Trockenraume bei 52° getrocknet, was etwa 4 Stunden dauert. Bei diesem Trocknen bilden sich durch Oxydation des Eisens – angeblich durch die in dem Email enthaltene Säure (?) – röthliche Rostflecke, welche nach dem etwa 8 Minuten dauernden Erhitzen im Brennofen die Bildung einer gefleckten Emaillirung von bräunlichem Aussehen veranlassen. Zur Erzielung eines bläulichen Emails, verwendet man statt des Braunsteins 2k kohlensauren Kobalt. Die fertigen Gegenstände bringt man zur langsamen Abkühlung in einen Glaskühlofen.

E. C. Quinby und J. C. Whiting in St. Louis (D. R. P. Nr. 1816 vom 28 September 1877) schmelzen ihr Email aus 45k,3 Silicat, 16k Soda, 34k Borax, 4,5 bis 9k Gyps, 1k,1 arseniger Säure zusammen, granuliren und mahlen 45k,3 dieser Masse mit 2k,25 weiſsem fettem Thon, 226g kohlensaurer Magnesia und 57g schwefelsauer Magnesia unter Zusatz der erforderlichen Wassermenge. Diese Masse wird in bekannter Weise aufgetragen, bei 38 bis 77° getrocknet und innerhalb 4 Minuten in einer rothglühenden Muffel eingebrannt. Je niedriger die Trockentemperatur, um so gröſser sind die erwähnten rothbraunen Rostflecke. Die Patentinhaber behaupten, daſs durch den Arsenzusatz das Email besonders fest auf dem Eisen hafte.

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