Titel: Verhütung der Verstopfung von Rohrleitungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 230/Miszelle 6 (S. 509–510)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj230/mi230mi06_6

Verhütung der Verstopfung von Rohrleitungen.

Das Absetzen von Sand, Schlamm o. dgl. in Rohrleitungen für Wasser oder andere Flüssigkeiten glaubt F. Lobe in Malapane (*D. R. P. Nr. 501 vom |510| 2. Juli 1877) durch Einschaltung eines von ihm construirten „Einschalterohres“ in die Leitung verhindern zu können. Dieses Rohr erhält an seinem inneren Umfang unter einem Winkel von 45° Spiralgänge angegossen, deren innerer, dem Rohrmittel zugekehrter Rand am oberen Theil des Rohrumfanges am weitesten von diesem absteht, während sich derselbe gegen den unteren Theil des Umfanges immer mehr der Rohrwand nähert, bis er endlich in diese verläuft, so daſs die Spiral Windungen an der tiefsten Stelle des Rohrumfanges unterbrochen sind. Der Hohlraum des Rohres zerfällt dadurch in einen Cylinder von parabolischem Querschnitt und mehreren schraubenartig gewundenen Kammern, welche hinter einander sattelförmig auf diesem cylindrischen Raum liegen.

Sobald eine Flüssigkeit in das „Einschalterohr“ tritt, wird ein Theil derselben sich zunächst geradlinig durch den cylindrischen Raum fortbewegen können, während der andere Theil in die oberen Kammern tritt und dadurch gezwungen wird, eine schraubenartige Bewegung anzunehmen. Da nun der Raum der Kammern gröſser gemacht ward als der cylindrische, so wird der obere Strom das Uebergewicht über den unteren erlangen und den letzteren in Folge dessen mitreiſsen, bis dieser schlieſslich seine Schraubenbewegung theilt. Sobald aber die ganze durch das „Einschalterohr“ flieſsende Flüssigkeitsmenge eine derartige Bewegung angenommen hat, werden alle festen Bestandtheile, welche sich aus derselben durch ihr Gewicht abzusetzen suchen, mitgerissen und immer wieder nach oben geführt. Dies wird in Folge des Beharrungsvermögens auch noch der Fall sein, wenn die Flüssigkeit das „Einschalterohr“ wieder verlassen hat und den gewöhnlichen glatten Rohrstrang durchströmt. Ist dieser sehr lang, so wird die schraubenartige Bewegung allmälig wieder in die geradlinige übergehen; selbstverständlich muſs dies dann durch neuerliche Zwischenlegung eines „Einschalterohres“ verhindert werden. So beugt man dem Absetzen fester Beimengungen beständig vor, bis dieselben mit der Flüssigkeit endlich den Rohrstrang verlassen. Die Bedingungen für ein derartiges Fortführen fester Stoffe mit Flüssigkeiten sind ein nicht zu groſses specifisches Gewicht der ersteren, dann kleines Volum ihrer Theile und endlich deren Fähigkeit, in der Leitungsflüssigkeit leicht zu suspendiren.

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