Titel: Niederschläge von Kohlenstoff im Hohofenschacht.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 230/Miszelle 7 (S. 510–511)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj230/mi230mi06_7

Niederschläge von Kohlenstoff im Hohofenschacht.

An dem Hohofen Nr. 4 der Crane Eisenwerke zu Catasauqua, Pa., wurde im November vorigen Jahres, bei Gelegenheit einer nothwendig gewordenen Reparatur des Gasabzugskanales im oberen Schacht, nachstehende von J. Gayley im Engineering and Mining Journal, 1878 Bd. 25 S. 216 mitgetheilte merkwürdige Erscheinung beobachtet (vgl. 1877 223 473).

Der Ofen, welcher mit verschlossenem Gichtapparat versehen und unterhalb desselben bis auf eine Tiefe von etwa 2m,44 zum Schutz der Steine gegen mechanische Verletzung mit einem guſseisernen Cylinder bekleidet war, muſste zu dem oben angedeuteten Zwecke bis unter diesen Cylinder niedergebrannt werden. Dabei fand sich, daſs am unteren Rande desselben ringsherum vor den Köpfen der ihm zunächst liegenden Steinschicht sich ein wulstiger Ansatz einer schwarzen Masse gebildet hatte, welche hauptsächlich aus Kohlenstoff bestand und etwa 3 bis 4 Proc. Eisen enthielt. Der Niederschlag war unmittelbar unter dem Gasabzugskanal am stärksten und hatte dort unter Ausübung einer gewaltigen mechanischen Kraft zwei auf einander liegende Steinschichten um einige Centimeter von einander gedrängt und sich in die entstandene Fuge hineingeschoben. Allem Anschein nach war dies auch die Veranlassung zu der Reparaturbedürftigkeit des Gaskanales, dessen Gewölbe an der Einmündung in den Ofenschacht so zusammen gedrückt worden war, daſs es jeden Augenblick einzustürzen drohte. Die von dem Ansatz losgebrochenen Stücke bestanden meist aus pulverförmiger Kohle von graphitischem Glanz und waren an der Oberfläche durchsetzt mit Eisenoxyd, welches nach dem Inneren zu allmälig an Menge abnahm.

Die Ursache dieser Bildung lag jedenfalls in dem darüber befindlichen |511| Eisenmantel, welcher, nachdem er theilweise oxydirt worden war, Veranlassung zur Zersetzung des aufsteigenden Kohlenoxydgases geboten hat. Diese Erscheinung ist bekanntlich zuerst durch Bell beobachtet und nachher von Grüner untersucht worden. Jedenfalls gewinnt dieselbe durch den in der Verschiebung der Steinlagen liegenden physischen Einfluſs ein ganz besonderes Interesse.

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