Titel: Reinigung der in Zuckerfabriken gebrauchten Thonerde.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1879, Band 234/Miszelle 12 (S. 77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj234/mi234mi01_12

Reinigung der in Zuckerfabriken gebrauchten Thonerde.

Nach G. Löwig in Dresden und F. Löwig in Goldschmieden (D. R. P. Nr. 6713 vom 13. October 1878) mischt man die gebrauchte colloidale Thonerde mit gleichen Aequivalenten Kalk, trocknet, erhitzt und glüht unter Luftzutritt, wodurch die organischen Stoffe unter Bildung von Kalkaluminat zerstört werden (vgl. 1879 231 521).

Oder man mischt die gebrauchte Thonerde mit Chlormagnesium und erhitzt. Unter Bildung von Magnesiumaluminat soll die frei werdende Salzsäure die organischen Stoffe zersetzen.

Ferner kann man die Thonerde zur Beseitigung von Beimischungen in Salzsäure auflösen. Bei Anwendung dieser Säure empfiehlt es sich, eine möglichst basische Lösung der Thonerde darzustellen, um nicht unnöthige Salzsäure zu verbrauchen. Hat man sämmtliche Thonerde in der Salzsäure gelöst, so kann man zunächst alle nicht in Lösung gegangenen fremden Stoffe (z.B. die eiweiſsartigen Körper aus den zuckerhaltigen Pflanzensäften) trennen. Manche Stoffe, welche nicht von der Lösung der Thonerde getrennt werden können, sondern in derselben gelöst bleiben, lassen sich durch Zuführung eines Ueberschusses von Thonerde zu derselben oder durch Ausfällen eines Theiles der in Lösung gegangenen Thonerde und darauf folgende Filtration oder auf andere mechanische Art abscheiden, indem sie von der ungelösten Thonerde zurückgehalten werden. Wenn die nach diesem Verfahren erhaltene Lösung nicht geeignet ist, bei Fällung der Thonerde ein für die feinere Verwendung genügend reines Product zu geben, oder wenn es überhaupt vorgezogen werden sollte, die oben beschriebene Abscheidung der Beimischungen zu vermeiden, so wird durch Eindampfen der Chloraluminiumlösung Salzsäure so lange abdestillirt, bis die Zerstörung der organischen Substanzen genügend ist. Hierbei ist natürlich darauf zu sehen, daſs nicht durch zu heftiges Glühen unlösliche Thonerde sich bildet. Ein Ueberschuſs von Salzsäure ist in dieser Beziehung vortheilhaft. Man kann auch die Thonerde erst in Salzsäure lösen, um gewisse organische Stoffe zu beseitigen, dann die Lösung mit Chlormagnesium mischen und durch Abdampfen und Glühen Magnesiumaluminat herstellen, wobei sowohl aus dem Chloraluminium, als aus dem Chlormagnesium Salzsäure erhalten wird.

Die colloidale Thonerde wird ferner leicht in kaustischen Alkalien gelöst; verschiedene fremde Stoffe, namentlich Eisenoxyd, bleiben zurück. Die Thonerde wird direct oder nach dem Eindampfen, Glühen und Wiederauflösen mit Kalk gefällt.

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