Titel: Bright's elektrischer Feuermelder.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1879, Band 234/Miszelle 6 (S. 75–76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj234/mi234mi01_6

Bright's elektrischer Feuermelder.

In seinem Feuermelde- und Sicherheitsapparate (* D. R. P. Nr. 6212 vom 10. August 1878) verwendet Ed. Br. Bright in London zur Ermittelung des Ortes, wo ein Feuer oder ein Temperaturwechsel stattfindet, wo ein Fenster, eine Thür, ein Schrank u.s.w. geöffnet wird, Rheostaten in Verbindung mit Thermostaten, d.h. mit Vorrichtungen zum Oeffnen, Schlieſsen oder Verändern eines elektrischen Stromes.

Als Rheostaten dienen die gewöhnlichen Widerstandsspulen aus isolirtem Draht, und zwar vorzugsweise aus Neusilberdraht, weil dessen Leitungsvermögen durch Temperaturwechsel sich wenig ändert. Ein solcher Rheostat wird an jedem Orte aufgeschraubt, von welchem aus man eine Meldung oder Warnung zu erhalten wünscht.

Die Thermostaten enthalten in einer Metallbüchse ein spiralförmig gebogenes Band, das aus zwei in der Wärme sich ungleich ausdehnenden Metallen, z.B. Platin und Messing, zusammengesetzt ist; dem freien Ende des Bandes gegenüber befindet sich, gegen das Gehäuse isolirt, eine Stellschraube, die so eingestellt wird, daſs bei einer bestimmten Temperaturzunahme das Band die Schraube berührt.

Für gewöhnlich werden nun die Bänder einer Anzahl von Rheostaten hinter einander durch die eine Windung eines Differentialgalvanometers1) und eine Lärmklingel hindurch mit dem einen Pole einer Batterie verbunden, deren zweiter Pol ebenso wie die Stellschrauben mit der Erde in leitende Verbindung gesetzt werden; eine zweite Schlieſsung kann dieselbe Batterie in dem Anzeigeapparate durch die zweite Windung des Galvanometers hindurch erhalten, wenn dessen Kurbel gedreht wird, wodurch zugleich durch eine an der Kurbel befindliche Contactfeder nach einander eine Reihe von Widerstandsrollen von genau der nämlichen Gröſse und in der nämlichen Aufeinanderfolge und Hintereinanderschaltung wie jene der Rheostaten mit in diesen zweiten Schlieſsungskreis aufgenommen werden.

Tritt nun bei einer ungewöhnlichen Hitze in irgend einem Rheostaten das Band mit der Stellschraube in Berührung, so läutet zunächst die Lärmklingel und die mit einer sichtbaren Scheibe versehene Nadel des Differentialgalvanometers wird abgelenkt. Darauf dreht die wachthabende Person die Kurbel so weit, bis die Scheibe des Galvanometers wieder auf Null kommt; dann ist der Widerstand in beiden Schlieſsungskreisen gleich groſs und ein mit der Kurbel verbundener Zeiger weist auf die Nummer des Ortes, von welchem das Signal ausgegangen war.

Für eine gröſsere Anzahl von Stromkreisen wäre blos ein Lärmapparat und ein Differentialgalvanometer nebst Anzeigeapparat nöthig, falls für gewöhnlich alle Stromkreise mittels eines Umschalters auf die Lärmklingel geschaltet werden und dann, wenn in einem Stromkreise ein die Lärmklingel in Thätigkeit versetzender und das in diesem Stromkreise liegende Galvanoskop ablenkender Strom auftritt, diese Linie auf das Differentialgalvanoskop geschaltet wird. Derselbe Rheostat kann übrigens auch mit mehreren parallel zu schaltenden Thermostaten verbunden werden, die etwa in einem und demselben Gebäude oder in demselben Stockwerke aufgestellt werden.

Will man mehrere Feuer nach einander anzeigen und ihren Ort bestimmen können, so richtet man die Thermostaten so ein, daſs sie für gewöhnlich eine kurze Nebenschlieſsung zu ihren Rheostaten herstellen und diese bei steigender Temperatur beseitigen, also einen bestimmten Widerstand durch ihren Rheostat |76| in den einen Stromkreis einschalten, dadurch aber das Gleichgewicht im Differentialgalvanometer stören und das Alarmzeichen geben. Im Stationsinstrumente sind zwei Reihen von Widerstandsspulen vorhanden, deren jede die nämlichen Widerstände und in der nämlichen Folge enthält wie die auf einander folgenden Rheostaten. In der äuſseren Reihe ist jede Spule durch einen Stöpsel kurz geschlossen; die Spulen der inneren Reihe sind so angeordnet, daſs durch Umdrehen einer Kurbel eine der Spulen nach der anderen, aber stets eine einzige, noch mit in den anderen Stromkreis eingeschaltet werden kann. Ist nun durch Umdrehen der Kurbel der Ort ermittelt worden, wo das erste Feuer ausgebrochen ist, so wird durch Herausziehen des Stöpsels, welcher die zu diesem Orte gehörige Spule der äuſseren Reihe kurz schlieſst, und Zurückführen der Kurbel auf den Nullpunkt das Gleichgewicht in den beiden Stromkreisen wieder hergestellt, und es kann dann in gleicher Weise auch der Ort eines noch ausbrechenden Feuers ermittelt werden. Anstatt die Kurbel mit der Hand zu bewegen, kann man sie auch unter Vermittelung eines Triebwerkes vom Strome selbst bewegen lassen.

E–e.

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In verwandter Weise suchten schon Sickert und Lossier in Berlin in ihrem Feuer-Alarmapparate den Ort eines Brandes mittels einer Einschaltung nach der Wheatstone'schen Brücke zu bestimmen. Dieser Apparat ist beschrieben in Brix's Annalen der Telegraphier Berlin 1872 S. 64 und daraus im Polytechnischen Centralblatte, 1872 S. 1247.

D. Ref.

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