Titel: Ueber die directe Trennung des Mangans von Eisen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1879, Band 234/Miszelle 16 (S. 254)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj234/mi234mi03_16

Ueber die directe Trennung des Mangans von Eisen.

Um bei der Bestimmung des Mangans im Stahl, Roheisen u.s.w. eine vorherige Eisenfällung zu umgehen, haben F. Beilstein und L. Jawein in den Berichten der deutschen chemischen Gesellschaft, 1879 S. 1528 zwei neue Trennungsverfahren angegeben.

Das erste gründet sich auf die Thatsache, daſs aus einer Lösung von Mangankaliumcyanür durch Jod schon in der Kälte alles Mangan als braunes Oxyd gefällt wird. Man gieſst zu diesem Zweck die Lösung der beiden Metalle in eine concentrirte Cyankalilösung, trägt bis zur Braunfärbung der Flüssigkeit festes Jod ein, filtrirt das gefällte Manganoxyd ab, löst es in Salzsäure und fällt kochend mit Schwefelammonium.

Das zweite bessere Verfahren gründet sich auf die Thatsache, daſs beim Kochen mit concentrirter Salpetersäure und Kaliumchlorat alles Mangan als Mangansuperoxyd ausgeschieden wird. Man löst das Mangan- und Eisensalz in gewöhnlicher concentrirter Salpetersäure von 1,35 sp. G., erhitzt zum Kochen und trägt unter fortwährendem Sieden allmälig Kaliumchlorat in kleinen Antheilen ein. In kurzer Zeit ist alles Mangan gelallt; in einer Probe. der abgegossenen Flüssigkeit darf durch Kochen mit Salpetersäure und Zusatz von Kaliumchlorat kein Niederschlag mehr entstehen. Der Niederschlag wird nach dem Verdünnen mit Wasser abfiltrirt und mit Wasser gewaschen; er enthält stets Eisen beigemengt. Die Fällung ist in wenigen Minuten beendigt Man kann das gefällte Mangansuperoxyd in Salzsäure lösen, die Lösung verdampfen, den Rückstand in concentrirter Salpetersäure lösen und nun abermals mit Kaliumchlorat kochen. Es fällt jetzt ein Superoxyd aus, dem nur sehr geringe Spuren Eisen beigemengt sind. Für die Bestimmung des Mangans durch Titriren mit Jodlösung sind diese Beimengungen ohne Belang.

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