Titel: Herstellung weiſser Anstrichfarben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1879, Band 234/Miszelle 21 (S. 255–256)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj234/mi234mi03_21

Herstellung weiſser Anstrichfarben.

Um ein von Schwefel freies Blanc fixe herzustellen, wird nach F. Scheiding in Münden (D. R. P. Nr. 6722 vom 12. Januar 1879) äuſserst fein gepulverter Schwerspath mit 25 Proc. Kohlenpulver gut gemischt, dann in Mengen von je 50k in Chamotteretorten 18 Stunden zur Weiſsglut erhitzt. Die reducirte Masse wird mit so viel heiſsem Wasser ausgelaugt, daſs die erhaltene Lösung beim Erkalten ein specifisches Gewicht von 1,04 bis 1,05 zeigt. Diese wird nun in eine Lösung von schwefelsaurem Natrium von 1,08 bis 1,1 sp. G., aus welcher durch etwas Schwefelnatrium die Verunreinigungen entfernt sind, eingegossen, bis eine herausgenommene Probe mit Chlorbarium eben noch eine Trübung zeigt. Nach dem Absetzen hebert man die klare Lösung von Schwefelnatrium ab und wäscht den Niederschlag aus, bis das Waschwasser mit Bleilösung keine Färbung mehr zeigt.

Der Niederschlag wird nun mit Salzsäure stark angesäuert, worauf man so lange Chlorgas einleitet, bis die Flüssigkeit stark danach riecht. Nach etwa 24 Stunden ist der etwa mit ausgeschiedene Schwefel durch das Chlor oxydirt; der Niederschlag wird dann völlig ausgewaschen und getrocknet.

Nach C. F. Claus in Wiesbaden (D. R. P. Nr. 6733 vom 20. Februar 1879) deckt unter den bekannten, aus Schwefelzink und Bariumsulfat bestehenden Farbmischungen diejenige am besten, welche aus 1 Aeq. schwefelsaurem Barium |256| und 2 Aeq. Schwefelzink zusammengesetzt ist. Zur Herstellung derselben wird Zinkoxyd oder metallisches Zink in kaustischem Kali, Natron oder Ammoniak aufgelöst und mit einer Lösung von Schwefelkalium, Schwefelnatrium, Schwefelammonium oder Schwefelbarium ausgefällt. Soll z.B. die obige Mischung hergestellt werden, so setzt man zu je 2 Aeq. Zink in alkalischer Lösung 1 Aeq. schwefelsaures Kalium oder Natrium und dann entweder 2 Aeq. Schwefelbarium, oder je 1 Aeq. Schwefelbarium und Schwefelkali um oder Schwefelnatrium. Besonders vortheilhaft ist es, das Zink in Kalilauge zu lösen, schwefelsaures Kalium hinzuzufügen und mit Schwefelbarium und Schwefelkalium zu fällen. Die so als Nebenproduct erhaltene verdünnte Kalilauge wird von dem Niederschlage abgehebert und durch Abdampfen entsprechend concentrirt.

Der auf die eine oder andere Weise erhaltene Niederschlag von Schwefelzink oder von Schwefelzink und schwefelsaurem Barium wird gut ausgewaschen, unter Luftabschluſs geglüht, in Wasser abgelöscht, gemahlen und geschlämmt.

C. A. F. Meiſsner in Schöningen macht in dem Zusatzpatent Nr. 6151 vom 27. October 1878 den Vorschlag, beim Glühen des künstlichen Schwefelzinkes statt Wasserdampf (1879 281 382) Kohlensäure, z.B. vollständig Sauerstoff freie Feuergase., in die Muffel einzuführen, um den atmosphärischen Sauerstoff völlig abzuschlieſsen.

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