Titel: Wredes's zusammengesetzte Triebfeder.
Autor: Wrede, Fr.
Fundstelle: 1880, Band 235 (S. 15–16)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj235/ar235005

Fr. Wrede's zusammengesetzte Triebfeder.

Mit Abbildungen auf Tafel 2.

Die Spiralfedern wurden bisher nur nach einer Richtung gewickelt, wobei die Vergröſserung der Blattlänge naturgemäſs eine Vergröſserung des Durchmessers der Feder, also eine Erweiterung des Federgehäuses bedingte. Eine zweckmäſsige Abweichung hiervon läſst die Doppelspiralfeder von Fr. Wrede in Duisburg (* D. R. P. Nr. 5088 vom 29. September 1878) zu, deren in der Mitte abgekröpftes Blatt (Fig. 14 Taf. 2) sich in zwei neben einander liegende, nach entgegengesetzten Richtungen gewundene Spiralen (Fig. 15) bringen läſst. Beide Enden der hierdurch erzeugten Doppelspiralfeder liegen demnach innen – ein Umstand, der in so fern von Wichtigkeit ist, als er die Kupplung mehrerer neben einander liegender Federn erlaubt, welche dann zusammen dieselbe Abwicklung ergeben wie ein einziges Federblatt, dessen Länge der Summe der Längen aller gekuppelten Spiralen gleichkommt. Die Kupplung erfolgt durch lose Büchsen auf dem Federstift.

Als Beispiel ist die durch Fig. 16 Taf. 2 veranschaulichte Verbindung zweier Doppelspiralfedern angeführt. An dem Schild c eines Federgehäuses, welches dem Federstift f zur Lagerung dient, ist das Ende der einen Hälfte b1 einer Doppelspiralfeder befestigt, während das Ende der anderen Hälfte b2 an der lose auf dem Federstift sitzenden Büchse e hängt. Die neben b2 liegende Hälfte a2 der zweiten Doppelfeder ist gleichfalls mit der losen Büchse e verbunden, das Ende der anderen Hälfte a1 dagegen an dem Stück d befestigt, welches mit dem Federstift, einer Sperrvorrichtung und einem beliebigen Triebwerk in Verbindung steht. Die Federhälften a1 und b2 müssen links, die Hälften a2 und b1 rechts gewunden sein, wenn das ganze System durch Drehung seiner Achse f von links nach rechts gespannt werden soll. Bei der Abwicklung werden sich die zuerst entlasteten Federtheile an die das ganze System umhüllende Trommel anlegen, welche, damit sie der Federbewegung folgen kann, lose angeordnet werden muſs. Auf gleiche Weise können bei Anwendung mehrerer loser Büchsen beliebig viele Federn mit einander gekuppelt werden und die Abwicklungslänge läſst sich demnach nach Bedürfniſs erhöhen, ohne daſs man nöthig hätte, zu oft unbequemen Gehäusedurchmessern zu greifen.

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Als Hauptvortheil seines mehrfachen Federsystemes bezeichnet der Erfinder die Ersparung von Uebersetzungsrädern, die durch Vergröſserung der Abwicklung ermöglicht ist und welche überdies eine Verminderung der Zahn- und Zapfenreibung zur Folge hat.

Hs.

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