Titel: Nagelschmidt's Trockenmaschine für Holzpappen.
Autor: Nagelschmidt, Wilhelm
Fundstelle: 1880, Band 235 (S. 344–345)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj235/ar235142

Trockenmaschine für Holzpappen; von Wilhelm Nagelschmidt in Birkesdorf bei Düren.

Mit Abbildungen auf Tafel 35.

Der Patentinhaber (* D. R. P. Nr. 6300 vom 23. Januar 1879) benutzt die grundsätzliche Anordnung der bekannten Wäsche-Trockenschränke, verbindet dieselbe aber – anscheinend in glücklicher Weise – mit einer dem Stoff angemessenen Aufstellvorrichtung.

In Fig. 3 und 4 Taf. 35 erkennt man zunächst den eigentlichen Trockenkasten G, welcher unten mit der Heizkammer B und oben mit dem Flügelsauger G verbunden ist. Vermöge der Saugwirkung des letzteren wird kalte Luft durch die Oeffnungen A eingezogen, den in |345| der Heizkammer B untergebrachten Heizflächen entlang geführt und im erwärmten Zustande in den Trockenkasten gebracht. Hier schwängert sie sich mit dem Wassergehalt der zu trocknenden Pappen und wird feucht nach auſsen geworfen. Zu dem Ende dürfte eine geeignete Umhüllung des Saugers C erforderlich sein, von welcher aus die ausgeworfene Luft möglichst unmittelbar ins Freie gelangt.

Die zu trocknenden Pappen sind in einem Wagen D untergebracht, welcher nahezu doppelt so lang ist, als die Tiefe des Kastens G beträgt, und auf Schienen x verschoben werden kann. In der Mitte ist der Wagen D durch eine senkrechte Wand ff (Fig. 4) in zwei gleiche Theile zerlegt; diese Wand ragt nach allen Seiten über den Wagen hervor, so daſs derselbe zum Verschluſs der Thüröffnungen des Trockenkastens benutzt werden kann. Fig. 4 stellt die Lage des Wagens dar, sobald die Wand f die in Bezug auf die Figur rechtsseitige Thüröffnung abgeschlossen hat; gegenüber, bei E, ist der Kasten mittels einer gewöhnlichen Thür geschlossen. Behufs eines sicheren Anschlieſsens der Wand f an den Rand der Thüröffnung ist die Thür E (Fig. 3) an ihrer Innenseite mit einer Feder F versehen, welche, sobald die Thür geschlossen wird, kräftig gegen einen Querstab des Wagens drückt.

Die eine Hälfte des Wagens befindet sich auſserhalb des Trockenkastens und wird dort, gerade so wie bei den gebräuchlichen Wäsche-Trockenschränken, nachdem die getrockneten Pappen weggenommen, mit zu trocknenden gefüllt. Das Festhalten bezieh. Stützen der Pappen findet in folgender Weise statt In der Längenrichtung des Wagens sind in einer niedriger liegenden und in einer darüber befindlichen Ebene eine Anzahl Eisenstäbe neben einander gelegt. Dünne Drähte sind sowohl um die unteren Stäbe, bei s (Fig. 3), als auch über die oberen Stäbe so gelegt, daſs sie selbst senkrecht stehen und den auf die unteren Stäbe gestützten Pappen einen seitlichen Halt bieten. Die Pappen werden hierdurch sicher gehalten und zwar in einer solchen gegenseitigen Entfernung, daſs die trocknende Luft zwischen den Pappen frei empor zu steigen vermag. Die Einrichtung gestattet auſserdem in handlicher Weise das Auswechseln der getrockneten gegen die nassen Pappen.

Nach den Angaben des Erfinders werden halbstündlich 30 Pappdeckel von 70cm Breite und 80cm Länge im Gewichte von 1k, bei 50 Proc. Wassergehalt, getrocknet. Zur Bedienung der Trockenmaschine soll bei einer Leistung von 750 bis 1000k in 12 Stunden ein Mann erforderlich sein.

H. F.

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