Titel: Zur Feuerbestattung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1880, Band 235/Miszelle 17 (S. 84–85)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj235/mi235mi01_17
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Zur Feuerbestattung.

Kerschensteiner führt in einem Gutachten über die Einführung der facultativen Leichenverbrennung, welches er im Auftrage des Münchener Gesundheitsrathes erstattet hat, aus, daſs die Furcht vor dem Lebendigbegrabenwerden nach Einführung der Leichenschau unbegründet ist; eine Verunreinigung des Grundwassers und der atmosphärischen Luft ist nicht nachweisbar (vgl. 1874 214 477. 1877 223 642). Die Feuerbestattung kann nur in Frage kommen bei Krieg, Seuchen, ungeeigneter Bodenbeschaffenheit der Friedhöfe und zur Verhütung des Leichentransportes.

Krieg ausgenommen, sind unter allen Umständen im Falle einer Leichenverbrennung folgende Bedingungen zu erfüllen: 1) Abgabe einer ausführlichen Krankengeschichte von Seiten des behandelnden Arztes, Revision derselben durch den die Leichenpolizei überwachenden öffentlichen Arzt und Hinterlegung derselben bei Gericht. 2) Die Vornahme einer vollständigen Section durch einen wohl unterrichteten, hierzu in Pflicht genommenen Anatomen, Hinterlegung des genauen Sectionsprotokolles bei Gericht. 3) Fortlaufende Numerirung der Aschenüberbleibsel, Entnahme einer Probe und gleichfalls Hinterlegung derselben. (Nach der Vierteljahresschrift für öffentliche Gesundheitspflege, 1879 S. 494.)

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