Titel: Ueber die angebliche Schädlichkeit der Kanalgase.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1880, Band 235/Miszelle 18 (S. 85)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj235/mi235mi01_18

Ueber die angebliche Schädlichkeit der Kanalgase.

Hamilton zeigt ausführlich, wie es sicher sei, daſs nicht die Gasausdünstungen von Sielen als die Hauptursache der Verbreitung des Typhus angesehen werden dürften, und daſs es allzu voreilig von manchen Aerzten geurtheilt sei, wenn sie irgend schlechte Gerüche bemerkten und vorkommende Typhusfälle flugs jenen Ausdünstungen zuschreiben, was denn auch schon dahin geführt habe, daſs Ausdünstungen angenommen werden, auch wenn jeder Geruch fehlt. Varrentrapp (Vierteljahresschrift für öffentliche Gesundheitspflege, 1879 S. 666) fügt hinzu, daſs in der That nichts mehr dazu angethan sei, jede ernste Forschung auf dem Gebiete der Typhus- und Diphtheritisäthiologie zu hemmen, als die leichtfertige Weise, in welcher gegenwärtig namentlich englische Aerzte, und darunter sonst recht tüchtige Beobachter, einige isolirte Zahlen in einseitiger Richtung zusammenstellen, um daraus mit absoluter Sicherheit festzustellen, daſs hier die Ausdünstungen einiger Closets, dort Wasser oder Milch die alleinige Ursache einer Epidemie waren.

Daſs stinkende Kanalgase nur in sehr mangelhaften Anlagen auftreten können und daſs es jedenfalls gleichgültig ist, ob die Kanäle die Abflüsse der Aborte mit Wasserspülung aufnehmen oder nicht, wurde bereits mehrfach gezeigt (vgl. 1874 211 226. 1878 227 405).

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