Titel: Verfahren zur Herstellung chinesischen Trockenöles.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1880, Band 235/Miszelle 22 (S. 168)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj235/mi235mi02_22

Verfahren zur Herstellung chinesischen Trockenöles.

Nach H. C. Busse in Hannover (D. R. P. Nr. 7175 vom 23. November 1878) wird Leinöl durch Knochenkohle filtrirt, dann in flache Bleipfannen gefüllt und auf je 50k Oel mit 10k halbessigsaurem Blei, 10k Mennige und 0k,5 borsaurem Mangan versetzt. Das Gemisch wird mit einer Glasplatte bedeckt, dem Licht ausgesetzt, auf 122° erwärmt und 6 Stunden lang ein auf 122° erhitzter, 10 Proc. Wasserdampf enthaltender Luftstrom hindurchgeleitet. Das Oel wird nun in flache Blechkapseln gefüllt, welche in einem Blechcylinder aufgestellt werden, in dessen oberen Theil sich eine weithalsige Flasche mit je 1k Chloroform für 25k Oel befindet. Nun leitet man in den Cylinder einen 100° warmen Luftstrom und läſst die Luft durch ein Klappenventil am Boden wieder entweichen, worauf sich das Oel durch kräftige Oxydation innerhalb 8 bis 10 Stunden in eine dicke, zähe Masse verwandelt. Inzwischen ist amerikanisches Terpentinöl kurze Zeit in einem verschlossenen Gefäſse auf 300° erwärmt, dann mit 10 Proc. absoluten Alkohol vermischt. In diesem Gemisch löst man bei 100° gleiche Theile der elastischen Oelmasse und läſst absitzen.

Von diesem so genannten chinesischen Trockenöl soll eine geringe Menge genügen, Leinöl und Oelfarben rasch trocknend zu machen, so daſs schon nach 18 bis 24 Stunden ein zäher, wie Kautschuk elastischer Ueberzug erhalten wird.

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