Titel: Hilfssignale auf Eisenbahnzügen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1880, Band 235/Miszelle 6 (S. 162)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj235/mi235mi02_6

Hilfssignale auf Eisenbahnzügen.

Zu den zahlreichen bereits vorhandenen Versuchen, den Reisenden von jedem Wagen eines Eisenbahnzuges aus die Entsendung eines Hilfssignales zu dem Zugpersonale zu ermöglichen, hat W. Klauſs in Braunschweig (* D. R. P. Nr. 6158 vom 11. December 1878) einen weiteren gesellt, welcher darauf abzielt, die über den ganzen Zug nach der Locomotivpfeife laufende Zugleine durch einen eigenthümlichen, auf jedem einzelnen Wagen anzubringenden Haspel aufzuwickeln und so die Locomotivpfeife in Thätigkeit zu versetzen, sobald ein Reisender an einer in seinem Coupe vorhandenen Schnur zieht und dadurch ein am Ende jedes Wagens unterzubringendes Fallgewicht auslöst, das bei seinem Niedergehen die Haspelwelle in Umdrehung versetzt. Zugleich wird noch ein Läuteapparat im Gepäckwagen oder Vorläufer aufgestellt, welcher durch ein eigenthümliches Schnurrad zum Läuten gebracht wird; die in das Schnurrad eingeworfene Zugleine klemmt sich darin durch ihr eigenes Gewicht fest, so daſs der Schaffner oder Zugführer durch Umdrehen einer Kurbel die Locomotivpfeife ertönen lassen kann, der Läuteapparat aber auch mitläutet, wenn ein Reisender ein Hilfssignal nach der Locomotive gibt. Diese rein mechanische Anordnung besitzt den Vortheil, daſs in den Zug eingestellte Wagen, welche nicht mit ihr ausgerüstet sind, ihre Benutzung mit den Wagen, in denen sie vorhanden ist, nicht hindert.

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