Titel: Papier und Tinte.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1880, Band 235/Miszelle 13 (S. 245)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj235/mi235mi03_13

Papier und Tinte.

Bekanntlich kommt es zuweilen vor, daſs die nämliche Copirtinte einmal gute, manchmal aber schlechte Copien liefert. O. R. hat nun nach der Papierzeitung, 1879 S. 860 41 Papierproben beschrieben und von sämmtlichen Schriftproben nach 72 Stunden Copien genommen.

Es zeigte sich nun, daſs die 12 Papiere, welche weniger als 2 Proc. Asche enthielten, auch tadellose Copien gaben. Von den 18 Proben mit 2 bis 10 Proc. Asche gaben die mit Schwerspath gefüllten Papiere etwas bessere Copien als die mit Thon beschwerten. Jedenfalls wirkt das Absorptionsvermögen der Thonerde störend auf die Copirkraft. Auch die geringen satinirten Schreibpapiere geben stets schlechtere Copien als die besser satinirten Postpapiere ähnlicher Qualität, weil die porösere Oberfläche der Tinte gestattet, tiefer in die Papiermasse einzudringen und dadurch die Menge der zum Copiren übrigen Tinte zu verringern. Einen auſserst nachtheiligen Einfluſs auf die Copien hat ein starker Zusatz von Alaun zersetzlichem Ultramarin zum Papier, da dieses sowohl die Eisengallustinten, wie die Alaunblauholztinten zersetzt. Es sollte daher für Schreibpapier nur Alaun festes Ultramarin verwendet werden. Die 11 Papiermuster mit 10 bis 12 Proc. Asche gaben noch schlechtere Copien, die schlechteste wurde von der 17 Proc. Thon enthaltenden Postkarte erhalten.

Mit Ausnahme von einer Probe waren sämmtliche Papiere mit Harzleim geleimt.

Um daher tadellose Copien zu erhalten, muſs man sich auſser einer guten Copirtinte nur reiner, nicht gefüllter, weiſser und gut satinirter Papiere bedienen.

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