Titel: Herstellung künstlicher Steinmassen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1880, Band 235/Miszelle 9 (S. 243–244)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj235/mi235mi03_9

Herstellung künstlicher Steinmassen.

H. Struck in St. Petersburg (D. R. P. Nr. 7581 vom 26. Januar 1878) verwendet die Anstrichfarbe von E. Meyer (1879 231 380) in folgender Weise zur Herstellung künstlicher Steine. Für künstlichen Marmor empfiehlt er folgende Gemische:

A B
Zerkleinerte Mineralien 280 280 Th.
Kalkstein oder Kreide 140 140
Gebrannter Galmei 5 6
Geglühter Feldspath 3 3
Fluſsspath 2 1,5
Phosphorsaurer Kalk 2
Kieselsaures Kali 40
Kieselsaures Natron 40

Die gemahlenen Stoffe werden gut gemengt, dann wird das Wasserglas zugesetzt, rasch damit gemischt und die Masse in Formen gepreſst. Die fertigen Stücke werden bei langsam bis 50° ansteigender Temperatur getrocknet.

Für Bausteine, Sandsteinquader, Röhren u.s.w. werden 4000 Th. Sand, 528 Th. Kalkstein, 60 Th. gebrannter Thon und 130 bis 250 Th. Natronwasserglas entsprechend gemischt.

Für Mühlsteine wird folgendes Gemisch vorgeschlagen:

|244|
Grob zerschlagener Quarz oder Feuerstein 4000 Th.
Kreide oder Kalkstein 500
Phosphorsaurer Kalk 45
Feldspath 60
Fluſsspath 10
Kaliwasserglas 250
Für Schleif- und Wetzsteine eignet sich folgendes Gemisch:
Quarzsand oder Schmirgel 235 Th.
Kalkstein 75
Galmei 30
Phosphorsaurer Kalk 30
Feldspath 4
Fluſsspath 1
Natronwasserglas 75

Diese Gemische werden ebenso behandelt als das erste.

C. J. Steuer in Blasewitz bei Dresden (D. R. P. Nr. 8011 vom 9. April 1879) schlägt vor, gemahlenen Quarzsand mit 2 bis 10 Proc. Bleioxyd zu mengen, welchem je nach der gewünschten Farbe noch ein Metalloxyd zugefügt wird, dann mit Wasserglas anzufeuchten, in Formen zu pressen, zu trocknen und dann zu glühen.

L. Ph. Hemmer in Aachen (* D. R. P. Nr. 8088 vom 9. Mai 1879) will verschiedene Maschinentheile, namentlich Cylinder, Walzen u. dgl., aus einer künstlichen Steinmasse herstellen, welche vorwiegend aus Portlandcement besteht, welcher nach dem Trocknen mit Wasserglas überzogen wird. Während z.B. der Untercylinder einer Walkmaschine auf diese Weise hergestellt wird, soll der Obercylinder aus einem Gemisch von 20 Th. Cement, 10 Th. Schwefel, 8 Th. Schellack und 2 Th. Guttapercha geformt werden, um die Fortbewegung der zwischen beiden Cylindern befindlichen Stoffe zu sichern.

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