Titel: Federnde Kupplung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1880, Band 235/Miszelle 1 (S. 320–321)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj235/mi235mi04_1

Federnde Kupplung.

Treten bei einer Dampfmaschinen- und Transmissionsanlage in der letzteren Rückschläge auf, welche sich – wenn die Kraftübertragung von der Maschinenwelle zur Transmission mittels Zahnräder erfolgt – durch wechselweises Angreifen beider Zahnflanken und demzufolge durch einen starken Verschleiſs der Holzzähne des einen Rades äuſsern, so liegt die Ursache jedenfalls darin, daſs das Beharrungsvermögen der Transmission ein gröſseres als das des Schwungrades der Dampfmaschine ist, daſs das letztere also zu leicht gewählt wurde. Das geeignetste Mittel zur Beseitigung des Uebelstandes ist dann offenbar die Auswechselung des Schwungrades gegen ein schwereres, damit dessen Beharrungsvermögen das der Transmission überwiege.

An einer solch fehlerhaften Anlage haben wahrscheinlich Schmeiſser und Schulz im Bahnhof Neustadt a. d. Dosse die Beobachtungen gemacht, welche sie zu dem Schlüsse führten, daſs die Rückschläge in den Transmissionen durch die veränderliche Winkelgeschwindigkeit der Schwungradwelle entstehen. Nach der Meinung der Erfinder wären demnach diese Rückschläge bei jeder Dampfmaschinenanlage vorhanden – ein Uebelstand, dem natürlich abgeholfen werden muſs. Deshalb machen die Genannten den Vorschlag, das Zahnrad lose auf die Schwungradwelle zu setzen und dasselbe durch ein System radial gestellter Blattfedern mit dem Schwungrad zu verbinden, ähnlich, wie dies zwischen der getriebenen und treibenden Scheibe bei Blattfeder-Dynamometern angeordnet wird.

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Die Erfinder glauben allen Ernstes, durch blose Anwendung dieser Kupplung der Transmission eine gleichförmigere Winkelgeschwindigkeit ertheilen zu können (vgl. deren Patentschrift * D. R. P. Nr. 5523 vom 2. November 1878). Darum fort mit allen schweren Schwungrädern!?

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