Titel: Schädigung des Auges durch zu langes Lesen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1880, Band 235/Miszelle 10 (S. 323)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj235/mi235mi04_10

Schädigung des Auges durch zu langes Lesen.

Andauerndes Lesen erfordert bekanntlich eine dauernde Anstrengung des Sehorgans; daher empfiehlt Javel in den Deutschen Monatsheften, November 1879 beim Lesen häufig inne zu halten. Ferner sind die Bücher schwarz auf weiſsem Grund gedruckt, so daſs das Auge stets den denkbar gröſsten Farbengegensatz auszuhalten hat; es wäre daher besser ein gelbliches Papier anzuwenden. Da ferner die Buchstaben in Horizontallinien angeordnet sind, so treffen die Strahlen, wenn wir beim Lesen Buch und Kopf still halten, einen Theil unserer Netzhaut, während die helleren Zwischenräume der gedruckten Zeilen ebenfalls auf gewisse Stellen der Retina einwirken, so daſs also wieder eine Ermüdung des Auges eintritt. Javel meint, daſs diesem Uebelstande durch kleine Bände abzuhelfen sei, die man in der Hand halten kann, so daſs man das Buch nicht still zu halten braucht und die Ermüdung des Auges vermindert wird. Endlich erfährt das Auge die bedeutendste Schädigung durch die beständige Aenderung der Entfernung des Auges von den Buchstaben, wenn man eine Zeile vom Anfang bis zum Ende liest; daher sind zu lange Zeilen zu vermeiden, also kleine Bände oder solche mit schmalen Spalten allen andern vorzuziehen. Dann muſs man, wie hinlänglich bekannt, nur bei hinreichender Beleuchtung und nur hinreichend groſs gedruckte Schriften lesen.

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