Titel: Sheppard's Rechenschieber.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1880, Band 235/Miszelle 11 (S. 323–324)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj235/mi235mi04_11

Sheppard's Rechenschieber.

Ein Rechenschieber, welcher sich ganz besonders zu wiederholten Rechnungsoperationen ohne Zwischenablesungen, also beispielsweise zur Bestimmung von Rauminhalten aus Länge, Breite und Dicke eignet, wurde von dem Engländer F. A. Sheppard in Southampton (* D. R. P. Nr. 7567 vom 22. September 1878) angegeben. Derselbe unterscheidet sich von dem gewöhnlichen logarithmischen Rechenschieber dadurch, daſs in der entsprechend erweiterten Coulisse zwei Schieber neben einander gleiten, welche an beiden Rändern mit derselben logarithmischen Theilung versehen sind. Da auch die beiden Coulissentheilungen mit den letzteren übereinstimmen, weist das Instrument im Ganzen sechs gleiche Theilungen auf. Stellt man nun den Index des ersten Schiebers an jenen Theilstrich der oberen Coulissentheilung, welcher dem ersten Faktor (der Länge) entspricht, und dann den Index des zweiten Schiebers an jenen Theilstrich des ersten Schiebers, welcher den zweiten Faktor (die Breite) bezeichnet, so kann an jenem Theilstrich der unteren Coulissenscale, welche sich unter dem den dritten Faktor (die Dicke) angebenden Strich des zweiten Schiebers befindet, der gesuchte Rauminhalt abgelesen werden.

|324|

Erfolgt die Rechnung mit Decimalmaſsen, so sind auch dem entsprechend (also in gewöhnlicher Weise) getheilte Instrumente zu verwenden. Solche würden sich aber nur schlecht zu Rechnungen nach dem Duodecimalsystem eignen, weil dann mehrfache Ueberrechnungen aus diesem in das Decimalmaſs und umgekehrt nöthig wären. Um dies nun zu vermeiden, trägt Sheppard auf solchen Rechenschiebern, welche aus den in Fuſsen und Zollen angegebenen Dimensionen den cubischen Inhalt sofort in Cubikfuſsen und Cubikzollen angeben sollen, auſser den Logarithmen der Zahlen von 1 bis 13 noch die Logarithmen ihrer Zwölftel (bezieh. Viertel) auf. Gerechnet wird dann ganz in der vorbeschriebenen Weise.

Daſs durch wiederholtes wechselweises Verschieben der beiden Schieber an einander beliebig viele Zahlen mit einander multiplicirt oder durch einander dividirt werden können, ohne daſs die Zwischenresultate abzulesen wären, erhellt aus der Einrichtung des Schiebers von selbst. Auch lassen sich die Rückseiten der Schieber mit solchen Theilungen versehen, daſs Rechnungen mit Potenzen, Logarithmen und trigonometrischen Funktionen ausgeführt werden können.

Hs.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Orte
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: