Titel: Neuerungen an Gasspritzen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1880, Band 235/Miszelle 3 (S. 401)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj235/mi235mi05_3

Neuerungen an Gasspritzen.

Die Neuerungen an Gasspritzen, welche von C. Schwarzenberg in München (* D. R. P. Nr. 3775 vom 16. März 1878) und von G. Becker in Deutz (* D. R. P. Nr. 3870 vom 27. Juli 1878) herrühren, beziehen sich wie die bereits (1879 231 184 und 233 347) mitgetheilten wieder auf die Anbringung, und Entleerung der Säurebehälter. Als solcher wird von Schwarzenberg ein überall käufliches Arzneiglas (sogen. Zwölfunzenglas) angewendet, welches einfach verkorkt und versiegelt wird, nachdem man es bis zum Hals mit Säure gefüllt hat. Das Glas wird in einen dreieckigen Rahmen im Innern des Entwicklungsgefäſses gestellt; an zwei Seiten dieses Rahmens sind die Enden eines herabhängenden Kettchens befestigt, auf welches sich das Glas stützt. Auſserdem wird das letztere noch dadurch fest gehalten, daſs es zwischen zwei Seiten des Rahmens mittels einer Schraube eingeklemmt wird, welche durch eine Stopfbüchse aus dem Entwickler tritt, so daſs sie von auſsen mit Hilfe eines Handgriffes gedreht werden kann. Durch stärkeres Anziehen dieser Schraube wird im Bedarfsfalle das Glas zerdrückt. Das seitliche Festklemmen des Glases mittels der Schraube läſst immerhin die Möglichkeit zu, daſs dasselbe zur Unzeit zerdrückt wird; auch ist der Verschluſs des Säurebehälters weniger sicher. Der Kork wird bald von der Säure zerstört und der noch am Flaschenkopf haftende Siegellack kann leicht abspringen. Jedenfalls muſs eine solche Gasspritze, so lange sie nicht gebraucht wird, ruhig in aufrechter Lage erhalten werden. – G. Becker wendet als Säurebehälter ein mit der Mündung nach unten in den Entwickler eingehängtes Glasgefäſs an. Die Mündung wird verschlossen, indem das an einer oben aus dem Entwickler tretenden Spindel hängende Gefäſs mit derselben gegen ein elastisches Polster (in Blei gehüllte Gummiplatte) gedrückt wird, welches am Boden eines das Glas umhüllenden und im Entwicklungsgefäſs befestigten Metallkorbes angebracht ist. Die Spindel hängt mit einem eingedrehten Hals an einer Mütter, welche mittels eines Handgriffes gedreht wird. Hebt man mit Hilfe derselben Spindel und Glas, so wird die Mündung des letzteren frei und die Saure kann sich aus demselben in die alkalische Lösung ergieſsen. Besondere Sorgfalt ist auf das Abdichten der Spindel im Deckel des Entwicklungsgefäſses verwendet.

Bei der von Adolf Beyhl in München (* D. R. P. Nr. 8173 vom 27 Mai 1879) patentirten Gasspritze wird das Schwefelsäuregefäſs mittels Bleiblech verschlossen und zur Inbetriebsetzung des Apparates nicht zerbrochen, sondern aas Bleiblech wird durch eine Spitze durchgestoſsen, die durch einen Handhebel aufwärts bewegt wird. Das Glasgefäſs kann also stets von neuem benutzt werden.

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