Titel: Bestimmung des Schwefelgehaltes der Kiese.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1880, Band 235/Miszelle 21 (S. 471–472)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj235/mi235mi06_21

Bestimmung des Schwefelgehaltes der Kiese.

Im Anschluſs an seine frühere Mittheilung (1878 227 97) zeigt R. Fresenius (Zeitschrift für analytische Chemie, 1880 S. 55), daſs alle Methoden der Schwefelbestimmung in Pyriten, bei welchen die durch Oxydationsmittel auf nassem Wege erzeugte Schwefelsäure durch Chlorbarium aus der Eisenchlorid enthaltenden sauren Lösung gefällt wird, zwei Fehlerquellen haben: den Eisenoxydgehalt des schwefelsauren Baryts und die Löslichkeit des Bariumsulfates in der sauren, Eisenchlorid haltigen Flüssigkeit. Im Allgemeinen steigern erhöhter Gehalt an freier Salzsäure und rasches Abfiltriren das Gelöstbleiben des schwefelsauren Baryts und vermindern seinen Eisengehalt, während ein geringer Gehalt an freier Salzsäure und Abfiltriren nach längerem Stehen das Gelöstbleiben des schwefelsauren Baryts vermindern und seinen Eisengehalt erhöhen. Dabei ist geeignete und gleiche Verdünnung der zu fällenden Flüssigkeiten vorausgesetzt.

G. Lunge hebt dagegen in der Chemikerzeitung, 1880 S. 84 hervor, daſs nach seinen Erfahrungen die Bestimmungen mit Königswasser nie gröſsere Abweichungen unter einander gezeigt hätten als 0,25 Procent; auch habe er nie eine nachträgliche Trübung des ersten Filtrates beobachtet. Eine rothe Färbung des geglühten Niederschlages hat Lunge nie wahrgenommen; nur hin und wieder war der Niederschlag etwas gelblich. Daſs durch Schmelzen nach Fresenius etwa 1 Proc. Schwefel mehr gefunden wurde als mit Königswasser, erklärt sich sehr wahrscheinlich dadurch, daſs bei der trocknen Aufschlieſsung auch der Schwefel des Bleiglanzes und Schwerspaths mit in Lösung geht, |472| während bei der nassen Aufschlieſsung dieser Schwefel nicht mit bestimmt wird, was Lunge ausdrücklich als Vorzug seines Verfahrens erwähnt, weil dieser Schwefel für den Fabrikanten werthlos ist.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: