Titel: Appreturmaschine von Moritz Jahr in Gera.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1880, Band 235/Miszelle 6 (S. 466–467)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj235/mi235mi06_6
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Appreturmaschine von Moritz Jahr in Gera.

Die Verbesserungen an dieser Maschine (* D. R. P. Nr. 6978 vom 4. December 1878) beziehen sich darauf, daſs das Gewebe in gleichmäſsiger Richtung in die Maschine einläuft, überall nahezu gleichmäſsig gespannt ist, daſs man die Leisten desselben dämpfen und nässen kann, um die vorhandenen Nadellöcher zu entfernen, daſs alle Walzen in der Maschine sich leicht drehen und das Schmieren ihrer Zapfen zum Theil vermieden ist, daſs endlich die Waare je nach Wunsch und Bedürfniſs mit einer beliebigen aber gleichmäſsigen Geschwindigkeit appretirt werden kann.

Das Gewebe kommt zuerst in einen Gummirapparat, wobei die Spannung desselben regulirt wird. Alsdann erhält es eine solche Führung, daſs die Leisten richtig laufen, worauf es nach einander auf drei Trockencylinder gelangt und zuletzt straff aufgewickelt wird.

Der Antrieb und der Zug der Waare erfolgen vom letzten Apparat aus und sind hierfür, damit das Gewebe mit möglichst kleiner Spannnng und mit gleichbleibender Geschwindigkeit läuft, folgende Vorrichtungen angebracht: Die Zapfen der Trockentrommeln liegen auf Reibungsrollen; der Gummirapparat wird durch den Mechanismus betrieben und seine Walzengeschwindigkeit durch eine Spannrolle regulirt, welche den Riemen auf dem Antriebconus entsprechend einstellt. Wird die Waare locker, so verschiebt die bewegliche, in einem Sack des Gewebes hängende Rolle den Treibriemen des Gummirapparates in solcher Weise auf seinen Conussen, daſs die Gummirwalzen langsamer laufen, und umgekehrt, bis die Gummirwalzen mit derselben Umfangsgeschwindigkeit sich drehen wie die Aufdockrolle. Die Netz- und Dämpfvorrichtung besteht in fein gelochten, über und unter der Kante des Gewebes liegenden kupfernen Röhren, welche der Breite des Gewebes entsprechend verstellt werden können. Ihre aufwickelnde Drehung erhält die Aufdockwalze durch Riemenconusse, Kurbel, Hebel, Sperrklinke und Sperrrad und regulirt die gröſsere Füllung den Hub der Klinke in solcher Weise, daſs die Oberflächengeschwindigkeit der Walze, also auch die Auflaufgeschwindigkeit der Waare, immer die nämliche bleibt.

E. L.

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