Titel: Kupke's Differentialrollschraube.
Autor: Kupke, Oskar
Fundstelle: 1880, Band 236 (S. 197–198)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj236/ar236075

Differential-Rollschraube von Oskar Kupke in Posen.

Mit Abbildungen auf Tafel 20.

Aus Fig. 3 und 4 der zugehörigen Zeichnung auf Taf. 20 ergibt sich das Princip der neuen Differentialrollschraube (* D. R. P. Kl. 47 Nr. 8448 vom 1. Juni 1879).

In die Gewindgänge einer Mittelschraube A greifen die gleichen, aber entgegengesetzt gerichteten Gänge mehrerer im Umkreise gestellter Schrauben B ein; letztere sind mit ihren Zapfen in Ringen C und D gegenseitig geführt; auſserdem stützen sich dieselben auf den Rollring E des gemeinschaftlichen Gehäuses F.

Es habe nun die Mittelschraube A den Radius R, die Stützschrauben B den kleineren Radius r, beide jedoch die gemeinschaftliche Ganghöhe g. Wird nun die Schraube A, wie in Fig. 5 gezeichnet, links um eine Tour gedreht, so senkt sie sich ihrer Steigung entsprechend um g, hebt sich aber gleichzeitig dadurch, daſs sich ihre Gänge auf die entgegengesetzt gerichteten Gewinde der durch Reibung mitrollenden Schrauben B stützen, um eine Gröſse h. Auf dieser Differenz der Hebung und Senkung der Mittelschraube beruht die Wirkung der Differentialrollschraube.

|198|

Fig. 3 und 4 zeigen eine Anordnung für Winden; die Mittelschraube trägt noch einen beweglichen Kopf (Roll- oder Zapfenlager). Die Schrauben, Ringe u. dgl. sind dem Zweck und der Anforderung entsprechend aus Stahl gedreht, gehärtet oder von Hartguſs gedacht.

Die Theorie ergibt aus der abgewickelten Schraubenlinie Fig. 5 Folgendes: , wo h die Differenz der Steigungen der Mittel- und Rollschrauben für gleiche Peripherielänge bezeichnet; hieraus ist .

Gesetzt, es solle die Mittelschraube eine entgegenstehende Last Q mittels Drehung am Hebelarm H überwinden, so ergibt sich, wenn P die drehende Kraft ist, für eine Umdrehung derselben: Weg der Kraft , Weg der Last = h, demnach theoretisch , oder nach Einsetzung des Werthes für h:

.

Die Hauptübersetzung liegt also in dem Unterschied und folgt daraus, daſs die Ganghöhe g, mithin die Stärke des Gewindeganges der Belastung entsprechend reichlich gewählt werden kann, ohne die Uebersetzung besonders zu beeinflussen.

Die Art der Reibung und deren Gröſse ergibt sich aus nachfolgender Betrachtung: Die aus der Last Q resultirende, auf den Rollring E normal gerichtete Seitenkraft bewirkt daselbst nur rollende Reibung. Die zweite horizontale Seitenkraft preſst die Schrauben zusammen und bewirkt bei deren Drehung ebenfalls nur rollende Reibung. Alle Druckpunkte treffen und verlassen sich freiwillig. Durch geeignete Construction der Querschnitte der Schraubengänge wird bei deren gegenseitigem Eingriff ebenfalls nur rollende Reibung entstehen.

Die Gröſse der Gesammtabnutzung ist dem geringen Reibungscoefficienten entsprechend mäſsig und ergibt sich auch daraus ein bedeutenderer Nutzeffect gegenüber bisheriger Mechanismen. Einige der vielen praktischen Verwendungen, auſser für Winden noch für Lochpressen und Patronen-Drehbänke, sind in der Patentschrift näher abgebildet.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Tafeln


Orte
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: