Titel: Ueber neue Brauerei-Einrichtungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1880, Band 236 (S. 299–301)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj236/ar236130

Ueber neue Brauerei-Einrichtungen.

(Fortsetzung des Berichtes S. 358 Bd. 235.)

Mit Abbildungen auf Tafel 29.

Der Malzerzeugungsapparat von E. Hruby in Prag (* D. R. P. Klasse 6 Nr. 9866 vom 3. October 1879) besteht nach dem Böhmischen Bierbrauer, 1879 S. 506 aus einem cylindrischen oder prismatischen, durch Zwischenwände in Fächer getheilten Behälter A (vgl. Fig. 11 Taf. 29) aus gelochtem oder geschlitztem, stark verzinntem Blech. Der mit im Gerste gefüllte Behälter wiegt höchstens 100k und kann leicht von zwei Männern gehandhabt werden. Die Behälter werden nun je nach Bedarf an einem Rade oder in Lagern auf einem Gestelle durch eine Kette derart verkuppelt, daſs sich ein jeder um seine eigene Achse drehen und mit den anderen zusammen auf und ab bewegen kann.

Beim Weichen werden die mit gereinigter Gerste gefüllten Behälter in den Weichstock C (Fig. 11) gebracht, in welchem an. zwei |300| oder mehreren Achsen 6- oder 8-eckige Scheiben B befestigt sind, in denen die Behälter A so eingehängt werden, daſs sie sich auch um ihre eigene Achse drehen können. Durch einfaches Umdrehen wird die Gerste gehörig durchgemischt, gelüftet und genäſst. Ist sie genügend geweicht, so werden die Behälter von den Scheiben abgenommen und auf den Keimapparat (Fig. 12 Taf. 29) übertragen; hier werden die Behälter A wieder auf und ab und mittels der Schnur e um ihre eigene Achse bewegt. Unter dem Keimapparat befindet sich ein Gefäſs, welches je nach Bedarf mit kaltem oder gewärmtem Wasser gefüllt werden kann. Ist es nun erforderlich, daſs das Grünmalz angefeuchtet, erwärmt oder aber abgekühlt wird, so werden die Behälter auf einen Augenblick eingetaucht, worauf das Wasser wieder abgelassen wird. Ein einziger Mann kann auf diese Weise leicht 100hl Malz wenden und lüften, bis es schlieſslich lufttrocken ist, worauf es in der durch Fig. 13 Taf. 29 veranschaulichten Weise gedarrt wird.

Neue Braupfanne. G. W. Wundram in New-York (* D. R. P. Kl. 6 Nr. 8615 vom 10. August 1879) verwendet eine guſseiserne Pfanne A (Fig. 14 Taf. 29) mit Dampfmantel, in deren Boden sich das durch den Schieber b verschlieſsbare Abfluſsrohr a befindet, während der gekrümmte Hals B nach dem Wassersammler C und dem Condensator D führt. Von hier aus leitet das Rohr c Luft und Condensationswasser nach einer Luftpumpe, das Rohr d das in C angesammelte Wasser nach A. Ferner befindet sich an A das Flüssigkeitstandrohr E, dessen Einmündungen in A durch zwei Siebplatten des durch Handhebel l bewegbaren Schiebers ee1 bedeckt sind. Die Heizung geschieht durch Dampf vom Rohre F aus, und zwar die des Mantels durch Zweigrohr k, die der Heizschlangen G in der Pfanne A durch Zweigrohre g. Das Condensationswasser wird durch das Rohr N abgelassen.

Nachdem durch die Luftpumpe eine Leere in der Pfanne hergestellt ist, wird durch die Oeffnung o im Boden Malzextract in die Pfanne A und durch das Rohr F Dampf in den Mantelraum und die Heizschlangen gelassen. Die Luft Verdünnung wird so geregelt, daſs die Flüssigkeit bei 55 bis 70° kocht. Nun wird eine vorher in den durch die Klappe m luftdicht verschlossenen Trichter L gebrachte Ladung Hopfen dadurch in die Pfanne A befördert, daſs der Hahn n und der Schieber m geöffnet und nach dem Einsaugen des Hopfens wieder geschlossen werden. Ist die Würze fertig gekocht, so wird sie durch das Rohr a abgelassen.

Der Bierkühler von E. Schulz in Berlin (* D. R. P. Kl. 64 Nr. 8650 vom 24. Juli 1879) besteht aus einem mit Zinkblech gefütterten und mit Eis gefüllten Kasten a (Fig. 15 Taf. 29). Das Bier tritt vom Keller aus durch das Rohr e in das Kühlrohr h und flieſst gekühlt durch das Rohr o wieder ab.

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Apparat zur Conservirung von Bier. Nach W. Lesemeister in Köln (* D. R. P. Kl. 6 Nr. 8331 vom 25. März 1879) wird das fertig gebraute Bier in einem Kupferkessel a (Fig. 16 Taf. 29), welcher in einem direct über dem Feuer stehenden eisernen Kessel c mit Wasser steht, auf 100° erhitzt. Auf diesem Kessel steht ein Aufsatz e, um die beim Erwärmen aufsteigenden flüchtigen Bierbestandtheile aufzufangen, mittels der Kühlvorrichtung f zu verdichten und sie dem Biere wieder zuzuführen. Sind durch das Erhitzen die Gährungsorganismen getödtet, so wird das Bier von b aus mittels einer Pumpe durch einen Kühler hindurch in einen Behälter gehoben, von welchem aus es nach dem Absitzen zur Sättigung mit Kohlensäure in einen gewöhlichen Mineralwasserapparat abgelassen wird, um es dann auf Flaschen oder Fässer zu füllen.

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