Titel: Ueber Wolframbronze.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1880, Band 236/Miszelle 20 (S. 86–87)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj236/mi236mi01_20
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Ueber Wolframbronze.

Die zuerst von Wähler durch Reduction von schmelzendem saurem wolframsaurem Natrium im Wasserstoffstrome dargestellte, schöne, goldgelbe Verbindung, welcher man nach Malaguti allgemein die Formel Na2WO4.WO3.WO2 beizulegen pflegt, wird bekanntlich weder durch Alkalien, noch durch Säuren – Fluſssäure ausgenommen – angegriffen.

J. Philipp und P. Schwebel (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1879 S. 2234) haben nun gefunden, daſs diese Bronze durch Erhitzen mit einer Silberlösung leicht unter Abscheidung von metallischem Silber zersetzt wird; ammoniakalische Silberlösung bewirkt diese Zersetzung schon in der Kälte. Die dadurch ermöglichte Analyse der Wolframbronze führte zur einfachen Formel NaWO3.

In ähnlicher Weise wie auf ammoniakalische Silberlösung wirkt die fein gepulverte Wolframbronze übrigens auch auf die alkalischen Lösungen anderer Verbindungen ein; so wird u.a. in der Siedehitze aus alkalischen Kupferlösungen Kupfer, aus alkalischen Quecksilberlösungen Quecksilber reducirt. In kochender alkalischer Lösung von Ferridcyankalium, auch in einer solchen von unterchlorigsaurem Natrium löst sich die Wolframbronze ohne weiteres auf.

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