Titel: Ueber die Giftigkeit des Arseniks.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1880, Band 236/Miszelle 21 (S. 174–175)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj236/mi236mi02_21

Ueber die Giftigkeit des Arseniks.

C. Binz und H. Schulz heben in den Berichten der deutschen chemischen Gesellschaft, 1879 S. 2199 hervor, daſs Arsenigsäure durch das lebende Eiweiſs des Thieres und der Pflanze leicht in Arsensäure und diese durch Eiweiſs überhaupt wieder in Arsenigsäure übergeführt wird. Diese Umwandlung beider Säuren in einander bedingt innerhalb der sie vollziehenden lebenden Eiweiſsmolecüle heftiges Hin- und Herschwingen von Sauerstoffatomen, wodurch die Gewebe bis zur völligen Zerstörung angeätzt werden. In entsprechender Weise wirkt auch der Phosphor, ja selbst der Stickstoff. Stickoxyd wirkt äuſserst giftig; es wird durch Aufnahme von Sauerstoff in die heftig |175| oxydirende Untersalpetersäure übergeführt. Sie zerstört die Gewebe, während sie unter Aufnahme von Wasser sich zum Theil wieder in Stickoxyd zurückverwandeln kann. Bei dem ganzen Vorgange ist der Stickstoff ohne directe Wirkung. Er ist lediglich der Träger und Vertheiler der gewaltsam eingreifenden activen Sauerstoffatome. Die nämliche Rolle spielt das Arsen da, wo es als Träger von activem Sauerstoff auftritt, d.h. jeden Augenblick aus arseniger Säure zu Arsensäure und wieder zu arseniger Säure wird.

W. Foster (Chemical News, 1880 Bd. 41 S. 3) bezweifelt die Verunreinigung der Luft durch Arsen bei Anwendung von Schweinfurter Grün als Oel- und Wasserfarbe.

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