Titel: Neue chemische Elemente.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1880, Band 236/Miszelle 9 (S. 172–173)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj236/mi236mi02_9

Neue chemische Elemente.

Nach P. Cleve (Comptes rendus, 1879 Bd. 89 S. 419) enthält Gadolinit 0,002 bis 0,003 Proc., Yttrotitanit 0,005 Proc. Scandium (vgl. 1879 232 282). Das Atomgewicht dieses neuen Elementes ist 45,12, das weiſse unschmelzbare Oxyd hat die Formel Sc2O3.

Lecoq de Boisbaudran (Comptes rendus, * 1879 Bd. 89 S. 212 und 516) hat aus dem Samarskit durch fractionirte Fällung mit Ammoniak eine Substanz mit eigenthümlichem Absorptionsspectrum erhalten, welches für das Vorhandensein eines neuen Elementes spricht, das der Verfasser Samarium nennt.

In der Erbinerde vermuthet P. Cleve (Comptes rendus, 1879 Bd. 89 S. 478 und 768) auſser Ytterbium (1879 231 473) noch zwei neue Elemente, welche er „Thulium“, dessen Atomgewicht bei 113 liegt, und „Holmium“, Ho, nennt, dessen Atomgewicht unter 108 ist, während das wahre Erbium ein solches von 110 bis 111 hat. Von anderer Seite (vgl. Comptes rendus, 1879 Bd. 89 S. 516 und 521) werden diese Angaben bezweifelt.

A. Scacchi macht in den Berichten der deutschen chemischen Gesellschaft, 1880 S. 250 Mittheilung über grüne und gelbe Inkrustationen, welche die Spalten der Vesuvlava d. J. 1631 bekleiden. Dieselben bilden Silicate, enthalten Kupfer und Blei und einen Körper, welchen Verfasser für neu hält und nach dem alten Namen des Vesuv als „Vesbium“ bezeichnet. Die geringen Mengen |173| der Substanz haben bisher nur vorläufige Versuche ermöglicht. Danach ist der Körper in Form einer Metallsäure von rother Farbe vorhanden, welche ungefärbte Alkalisalze gibt, die auf Zusatz einer Säure sich gelb färben. Das Silbersalz ist roth oder gelbroth, das Kupfersalz gelbgrün. Schwefelwasserstoff gibt einen braunen Niederschlag und eine blaue Flüssigkeit, welche durch Zink braun wird. Vor dem Löthrohr färbt die Substanz Phosphorsalz in der äuſseren Flamme gelb, in der inneren grün.

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