Titel: Gegen den Schimmel und Rost der Rosen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1880, Band 236/Miszelle 19 (S. 263)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj236/mi236mi03_19

Gegen den Schimmel und Rost der Rosen.

Der Rosenschimmel (Erysiphe pannosa) überzieht nur die Oberfläche der Blätter und jungen Triebe der Rosen und Pfirsiche. Er tritt besonders in heiſser und trockener Jahreszeit auf und überwintert mit seinen Dauersporen, welche sich im Herbste an den jungen Trieben der befallenen Pflanzen als kleine, braune Pusteln zeigen. Zur Vertilgung des Pilzes bestreut man die kranken Pflanzen während des Morgenthaues mit Schwefelblumen. Oder man kocht 1k Kalk mit 3k Schwefel und 5l Wasser etwa 1 Stunde lang, verdünnt mit 100l Wasser und besprengt damit die Pflanze. Alle Zweige schimmelkranker Rosen, an denen sich im Herbste Wintersporen zeigen, müssen nach den Industrieblättern, 1880 S. 78 abgeschnitten und verbrannt werden.

Der Rosenrost (Phragmidium rosarum) wächst im Innern des Gewebes der Blätter und Zweige von Rosen und Brombeeren. Die rothen, mehlartigen Rosthäufchen, welche sich im Laufe des Sommers auf den Blättern und Zweigen der pilzkranken Pflanzen zeigen, sind die Sommersporen der ersten Form des Pilzes, aus denen sich sofort die zweite Form des Pilzes entwickelt, die im Herbste die Dauer- oder Wintersporen als schwarzbraune Flecke auf den Blättern erzeugt. Nachdem die Dauersporen in den trockenen abgefallenen Rosenblättern überwintert sind, entsteht aus ihnen im Frühjahr wieder die erste Pilzform. Das sicherste Mittel gegen die Verbreitung des Pilzes ist, daſs alle Blätter und jungen Zweige, auf denen sich im Sommer Rost zeigt, sofort abgeschnitten und verbrannt werden und daſs ein Gleiches mit allen im Herbste abgefallenen trockenen Blättern der pilzkranken Rosen geschieht. – Brombeersträuche sind aus der Nähe mit Rost befallener Rosen zu entfernen.

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