Titel: Umhüllung von Dampfleitungen mit Schlackenwolle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1880, Band 236/Miszelle 2 (S. 425)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj236/mi236mi05_2

Umhüllung von Dampfleitungen mit Schlackenwolle.

Im Saarbrücker Bezirke sind mehrere Fälle nachgewiesen, daſs guſseiserne, mit Schlackenwolle umhüllte Dampfleitungsrohre für unterirdische Maschinenanlagen unter dieser Hülle stark verrostet waren. Anfänglich hatte man die Ansicht, der Schwefelcalciumgehalt der Hochofenschlacke, aus welcher die Schlackenwolle hergestellt wird, sei die Ursache vom Zerfressen des Guſseisens; eine genauere Analyse hat jedoch keine schwefelsauren Salze nachgewiesen, und ist nunmehr nur anzunehmen, daſs die hygroskopische Eigenschaft der Schlackenwolle Veranlassung zum Rosten des Eisens gibt. Um nun diese unangenehme Eigenschaft abzuschwächen und Feuchtigkeit so viel als thunlich abzuhalten, ist für die erwähnte schmiedeiserne Dampfleitung in den Kreuzgräbenschächten der Grube Sidzbach-Altenwald nachstehend beschriebene Umhüllung angewendet worden.

An den Enden der einzelnen Röhren und in der Mitte derselben sind guſseiserne, zweitheilige Muffen aufgeschraubt, welche zur Einlage von hölzernen Bindelättchen dienen. Der Raum zwischen diesen und den Rohrwandungen wird mit Schlackenwolle fest ausgestampft, etwa 50mm dick, und dann das Ganze an verschiedenen Stellen mit Eisendraht umwunden, so daſs die Umhüllung fest mit dem Rohre verbunden ist. Die hölzernen Bindelättchen werden vor der Verwendung mit Theer getränkt und nachher das ganze Rohr, d.h. die äuſsere Umhüllung, nochmals mit Theer angestrichen. Als letzte Umhüllung dient eine Hülse aus Eisenblech von 1mm,5 Stärke, welche an verschiedenen Stellen ebenfalls mit Eisendraht umwickelt ist. Die Enden der Hülsen stecken in den Muffen. Auch diese werden mit Theer angestrichen.

Die Versuche, welche rücksichtlich der Wärmeausstrahlung gemacht wurden, indem man einen ganzen Tag lang Dampf durch die Röhren strömen lieſs, ergaben ein sehr günstiges Resultat. Die Kosten der Umhüllung sind allerdings hoch und betragen für das Rohr:

70k Schlackenwolle für 1 Rohr von 5m Länge, 1k zu 10 Pf. 7,00 M.
0cbm,0415 Latten, 1cbm 40 M. 1,66
3 guſseiserne Flanschen 21k Gewicht, 1000k Umguſs zu 63 M. 1,32
Werth des Guſseisens 21k, 1000k zu 45,50 M. 0,95
6 Stück Schrauben, 1k zu 30 Pf. 0,30
3qm,5 Blech, 1mm,5 dick, 1qm zu 11k,6 = 40k,60, 1000k zu 200 M. 8,12
Arbeitslohn, für 1 Rohr zu umhüllen 1,50
Theeren der Latten und des Rohres 0,50
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Zusammen 21,35 M.

Bei einer Oberfläche des Rohres von 1qm,57 stellt sich mithin die Umhüllung von 1qm auf 13,50 M. und eines laufenden Meter Rohr auf 4,27 M. Ein Rohr von 100mm lichter Weite wiegt ohne Umhüllung 55k, mit Umhüllung 213k. (Nach der Zeitschrift für Berg-, Hütten- und Salinenwesen, 1879 S. 267.)

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