Titel: Neuerungen an Wagen. (Patentklasse 42.)
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1880, Band 236/Miszelle 7 (S. 428–429)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj236/mi236mi05_7

Neuerungen an Wagen. (Patentklasse 42.)

Um viele Fehlerquellen der gewöhnlichen Wage unschädlich zu machen, will L. Reimann in Berlin (* D. R. P. Nr. 7147 vom 2. März 1879) den Gleichgewichtszustand an derselben immer unter denselben Bedingungen hervorbringen, also die Wage immer derselben Gesammtbelastung aussetzen, wie schwer auch der zu wiegende Körper sei. Die an dem einen Wagebalkenende aufgehängte Schale wird deshalb von vorn herein der gröſsten zulässigen Belastung entsprechend mit Gewichten beschwert und sammt diesen durch ein am anderen Wagebalkenende befestigtes Gewicht ausbalancirt. Ist der zu wägende Körper dann auf die Wagschale gebracht, so werden von der letzteren so viele Gewichte weggenommen, bis wieder Gleichgewicht herrscht; die weggenommenen Gewichte geben das Gewicht des Körpers an.

Die Decimalwage wurde von Fr. Schuseil in Petersburg (* D. R. P. Nr. 7721 vom 22. Januar 1879) dahin verbessert, daſs der Hauptwagebalken nicht fest |429| im Gestell der Wage, sondern in einer Gabel gelagert ist, welche mittels eines Hebels gehoben und gesenkt werden kann. Dadurch ist es ermöglicht, die Brücke auf ihren Rahmen niederzulassen und die Tragschneiden des Brückenbalkens auſser Berührung mit ihren Pfannen zu bringen, wenn die Wage nicht im Gebrauch ist.

Dem Vorgange Reimann's ähnlich verfährt H. Pfitzer in Leipzig (* D. R. P. Nr. 7378 vom 30. März 1879 und Zusatz * Nr. 9308 vom 6. September 1879) bei Tafel- und Brückenwagen mit Laufgewicht. Das letztere wird, um immer dieselbe Schneidenbelastung zu erzielen, zunächst bis an das äuſserste Wagebalkenende gestellt und nach Aufbringen der Last auf die Wage so weit gegen den Unterstützungspunkt des Wagebalkens geschoben, daſs dieser sein durch die Last gestörtes Gleichgewicht wieder erlangt.

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