Titel: Zur Herstellung künstlicher Steine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 239/Miszelle 10 (S. 164)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj239/mi239mi02_10

Zur Herstellung künstlicher Steine.

O. Junghann und Uelsmann in Königshütte (D. R. P. Kl. 18 Zusatz Nr. 11360 vom 21. December 1879) wollen zur Herstellung basischer Ofenfutter (1880 238 423) gemahlenen, mineralischen phosphorsauren Kalk oder Knochenasche mit einer Lösung von Chlorcalcium und Chlormagnesium zu einer feuchten Masse anmachen, welche entweder als solche in die Oefen gestampft und darin gebrannt, oder zu Ziegeln, Düsen, Muffeln u. dgl. geformt und bei starker Glühhitze gebrannt wird.

Zur Herstellung wetterbeständiger künstlicher Steine, welche entsprechend geformt zur Bekleidung von Gebäuden dienen sollen, mengt F. Winkelmann in Berlin (* D. R. P. Kl. 80 Nr. 11223 vom 27. Februar 1880) 30k Marmorstückchen von 2 bis 10mm Durchmesser mit 10k Cement, 20l Wasser und 125cc Schwefelsäure. In die Formen fest eingestampft oder gepreſst, erhärtet die Masse nach einigen Tagen und wird dann geputzt, geschliffen oder geölt, worauf die Stücke zur Verwendung fertig sind.

A. van Berkel in Ehrenfeld bei Köln (D. R. P. Kl. 80 Nr. 11115 vom 18. Januar 1880) löscht zur Herstellung von Steinen, Platten, Röhren oder Dachziegeln gut gebrannten Kalk mit Wasser zu Pulver, welches mit Sand und der erforderlichen Menge Wasser gemischt entsprechend geformt wird. Man läſst die Stücke an der Luft abtrocknen und bringt sie dann in einen Kessel, welcher auf höchstens 120° erwärmt wird, während man die Luft auspumpt, um innerhalb einer halben bis höchstens einer ganzen Stunde das nicht gebundene Wasser zu entfernen. Nun wird auf etwa 150° erwärmter Theer, Asphalt u. dgl. eingelassen, 0at,5 Ueberdruck gegeben, die überschüssige Masse ablaufen gelassen und nach dem Erkalten das fertige Fabrikat herausgenommen. In gleicher Weise sollen aus gebranntem Kalk und Thon hergestellte Steine behandelt werden.

Formstücke werden aus gebranntem Kalk und Sägespänen hergestellt und dann in angegebener Weise mit Theer oder Asphalt getränkt.

G. d'Adelswärd in Paris (D. R. P. Kl. 18 Nr. 11321 vom 7. Januar 1880) will Magnesialösungen mit Kalk fällen, das erhaltene Magnesiumhydrat trocknen, glühen, pulvern, mit Wasser anfeuchten, unter hohem Druck zu Ziegel formen und dann mindestens 12 Stunden bei möglichst hoher Temperatur brennen, um so feuerfeste Steine zu erhalten.

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