Titel: Miller und Pfaundler's Verbesserung an Bussolen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 240 (S. 194–195)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj240/ar240075

F. Miller und Pfaundler's Verbesserung an Bussolen.

Mit Abbildungen auf Tafel 17.

Das Ablesen des Standes einer Magnetnadel an einem Theilkreise ist bekanntlich stets eine schwierige Aufgabe, wenn eine gröſsere Genauigkeit verlangt wird. Der Grund hiervon ist ein doppelter: Häufig steht die Spitze der Magnetnadel von der Kante des Theilkreises zu weit ab und liegt nicht in der Ebene des Ringes; ferner kann die Eintheilung nicht zu fein genommen werden, ohne das Auge zu verwirren.

Nachfolgend beschriebene, vom Mechaniker F. Miller in Innsbruck nach theilweisen Angaben von Prof. Pfaundler ausgeführte Einrichtung gestattet, den Stand einer Magnetnadel mit derselben Genauigkeit abzulesen, als dies bei irgend einem anderen Winkelmeſsinstrumente möglich ist. Die Magnetnadel M (Fig. 12 und 13 Taf. 17) trägt nahe an den Enden zwei dünne Scheibchen a von Aluminium; in jedes derselben ist eine feine Linie so gezogen, daſs eine durchgelegte Ebene durch den Drehpunkt der Nadel geht. Concentrisch mit dem Theilringe ist der Träger T drehbar, welcher das Mikroskop g aufnimmt, sich hierauf in die beiden Arme t spaltet, um den Nonius N aufzunehmen. Die Kreistheilung befindet sich, abweichend von der bisher üblichen Form, auſserhalb der Metallbüchse und zwar bei A. Der Nonius gleitet über den Theilkreis und gestattet die Ablesung der Winkel.

Die Vorrichtung wird in folgender Weise gebraucht: Das bei f im Mikroskope angebrachte Fadenkreuz wird auf die in das Plättchen a eingravirte Linie eingestellt und der Nonius N abgelesen. Etwaige |195| Schwankungen der Nadel haben auf die Deutlichkeit der Einstellung keinen merklichen Einfluſs, weil die Vergröſserung des Mikroskopes nur schwach zu sein braucht und die optische Achse desselben gegen die Schwingungsebene der Nadel geneigt ist.

Eine zweite Verbesserung besteht in der Anwendung einer Luftdämpfung. Wird eine arretirte Magnetnadel ausgelöst, so vergeht oft geraume Zeit, bis sie vollständig zur Kühe kommt. Es ist allerdings nicht nöthig, die Nadel ausschwingen zu lassen, da drei auf einander folgende Umkehrpunkte die Ruhelage durch Rechnung ergeben; immerhin ist es von Vortheil, das lästige Hin- und Herschwingen hintanzuhalten. Zu diesem Behufe ist an den Enden der Nadel je ein kleines Scheibchen b aus Papier oder Glimmer so befestigt, daſs dieselben auf der Schwingungsebene senkrecht stehen. Durch den bei einer Drehung verursachten Luftwiderstand kommt die Nadel schon nach 3 bis 4 Schwingungen vollständig zur Ruhe, ohne daſs hierdurch die richtige Lage im geringsten gestört würde.

Für beide Verbesserungen erfolgte bereits die Patentanmeldung.

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