Titel: Bollinger's Maschine zur Herstellung von Asbestdichtungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 240 (S. 442–443)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj240/ar240166

Maschine zur Herstellung von Asbest-Dichtungsringen; von Heinrich Bollinger in Mailand.

Mit Abbildungen auf Tafel 36.

Die gebräuchlichen Dichtungen aus vegetabilischer Faser haben eine zu beschränkte Anwendung, da sie vielen Einwirkungen, z.B. von Hitze, Säuren u. dgl. ausgesetzt, nicht widerstandsfähig genug sind. Auſserdem müssen sie nach jedesmaligem Oeffnen der gedichteten Oeffnung erneuert werden.

Durch die im Nachstehenden beschriebene Dichtung aus Asbest (* D. R. P. Kl. 76 Nr. 12644 vom 2. Juni 1880) soll diesen Mängeln abgeholfen werden. Dieselbe besteht aus seilartig zu Ringen gewundenen Asbestfäden oder aus Asbestschnur bezieh. Band, welche der gröſseren Haltbarkeit wegen mit dünnem Metalldraht so umwunden ist, daſs sich die Draht- und Asbestwindungen kreuzen (vgl. Fig. 1 Taf. 36) 5 der Ring kann auch als endloser Zopf hergestellt werden. Zu diesem Behufe dient eine besonders construirte Maschine (Fig. 2 bis 4 Taf. 36), welche zunächst ein endloses Seil aus Asbestfäden herstellt, um dieses dann mit Metalldraht behufs gröſserer Dauerhaftigkeit zu umwickeln.

Die Herstellung des Seiles geschieht, indem man strangartig Asbestfäden a um die beiden Walzen b, b1 schlingt. Eine dieser Walzen b wird von der Riemenscheibe c und der Welle d aus mittels Kegelräder e getrieben; die andere b1 läuft lose mit und ist verstellbar, um verschiedene Längen herstellen zu können. Während sich der Strang a in der Richtung des Pfeiles fortbewegt, dreht sich die auf einer hohlen Büchse befindliche Spule f, auf welcher jetzt ein Asbestfaden oder Schnur aufgewickelt ist und gibt dem Strange a die gewünschte Drehung, so daſs derselbe ein Seil ohne Ende bildet. Hat nun dieses Seil ohne Ende die erforderliche Dicke erreicht, so wird die Spule f abgenommen und durch eine andere mit Metalldraht gefüllte ersetzt. Zugleich werden die Kegelräder auſser Eingriff und anstatt dessen die Schnecke g in Gang gesetzt. Der Strang a bewegt sich nun langsamer und in entgegengesetzter Richtung, die Spule f umwickelt denselben spiralförmig mit dem Metalldraht. Damit nun der fertige Ring aus der Büchse h, welche durch ein Zahnrad z in Bewegung gesetzt wird, entfernt werden kann, ist dieselbe der Länge nach mit einem Schlitz i versehen; damit nun beim Durchgange des Schlitzes durch das Getriebe k kein Stillstand erfolgt, ist auſser letzterem noch ein zweites Getriebe l angebracht, welches die Bewegung ebenfalls, wie das Rad h, von dem Rade m auf der Hauptwelle d empfängt. Sobald der fertige Ring in seinem ganzen Umfange mit Metalldraht umwunden ist, wird |443| der Deckel n, welcher durch eine Klinke o geschlossen gehalten wird, aufgeklappt und der fertige Dichtungsring kann entfernt werden.

Da durch das Stärkerwerden des Asbestringes bei der Herstellung die Entfernung der beiden Rollen variabel sein muſs, so ist die Drehachse der einen Rolle b1 an einem Gleitstein befestigt, welcher in einem Schlitz des Gestelles geführt und durch ein Gewicht belastet ist, so daſs dadurch dem Asbestseile stets dieselbe Spannung bei der Herstellung ertheilt wird.

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