Titel: Verfahren zum Färben von Holz u. dgl.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 240/Miszelle 23 (S. 84)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj240/mi240mi01_23

Verfahren zum Färben von Holz u. dgl.

Um Holz, Hörn, Elfenbein und ähnliche Stoffe zu färben, namentlich aber um auf Holz die Maserirung kostbarer Holzarten nachzuahmen, rührt man nach E. A. Batonnier und P. A. Michel in Paris (D. R. P. Kl. 8 Nr. 12126 vom 22. Juni 1880) irgend ein Mehl zu einem dünnen Teig an und breitet diesen auf einen Bogen Papier oder Pappdeckel, auf ein dünnes Blech o. dgl. in einer Dicke von 1mm oder mehr aus. Auf diese Schicht wird die Farbe in Form von Pulver oder in flüssigem, passend verdicktem Zustande, wie man sie zur Herstellung von Buntpapier und zum Bedrucken von Webstoffen benutzt, aufgetragen und dann das Ganze mit der Farbenseite auf den zu färbenden Gegenstand aufgelegt. Das Ganze wird hierauf in kochendes Wasser getaucht, oder in eine Dampfkammer gebracht. Dort lösen sich die Farbstoffe auf und legen sich auf die Oberfläche des Gegenstandes; gleichzeitig wird aber der Teig gekocht, er erhärtet oder erstarrt dabei und hält alsdann die Farben, denen er als Unterlage dient, an ihrer Stelle, so daſs neben einander liegende Farben nicht in einander laufen können. Die Färbung ist je nach der Härte des Holzes in kürzerer oder längerer Zeit vollendet. Nach vollendeter Färbung wäscht man den Teig mit viel Wasser ab und läſst die gefärbte Fläche im Schatten trocknen, worauf man sie einstäuben und lackiren kann. Nach dem Einstäuben muſs man die Fläche gut abwischen, da, wenn Farbenstaub zurückbliebe, der Alkohol des Lackes die Farbe dieses Staubes auflösen würde, wodurch Flecken entständen.

Will man Maserirungen hervorbringen, so wendet man die Farben in genügend verdickten Lösungen von Gummi, Dextrin o. dgl. an. Diese Farben werden alsdann an gewissen Stellen des Teiges in mehr oder weniger dicken Tropfen in der Richtung der hervorzubringenden Maserirung aufgetragen und mit Hilfe eines Blasebalges ausgebreitet. Alsdann wird verfahren, wie oben beschrieben. (Vgl. auch D. R. P. Kl. 8 Zusatz Nr. 13731 vom 23. November 1880.)

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