Titel: Akustische Vorkehrungen zur Vertheilung des Schalles.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 240/Miszelle 5 (S. 78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj240/mi240mi01_5

Akustische Vorkehrungen zur Vertheilung des Schalles.

Um eine gleichförmige Vertheilung des Schalles über das Innere von groſsen Räumen (Kirchen, öffentlichen Hallen u. dgl.) zu ermöglichen und die Vermischung directer und reflectirter Schallwellen zu verhindern, spannt A. C. Engert in Bromley, England (D. R P. Kl. 37 Nr. 12367 vom 25. Juni 1880) nach der Längsseite dieser Räume eine Anzahl von Stahl- oder Eisendrähten, bis sie so gestimmt sind, daſs sie Luftschwingungen aufnehmen, wie sie von der stärksten Rückkehrwelle hervorgebracht werden und welche sonst die richtige Vertheilung des Schalles über alle Theile des Gebäudes störten. Jeder Draht ist an einem Ende an einem starken Stift oder einer Trommel befestigt, bei deren Drehung mittels einer Kurbel er gespannt wird. Sperrrad und Klinke hindern das Rückdrehen der Trommel, sichern also die Spannung des Drahtes. Die Drähte pflanzen die etwa auftretenden Rückkehrwellen 15mal so schnell fort als die Luft, weshalb der Nachhall vermieden wird.

Sollen die von Kuppeln und Bögen, Ecken oder Vertiefungen von Gebäuden zurückgeworfenen Schallwellen abgeschwächt werden, so können auch auch hier Drähte gespannt werden, welche dann mit den horizontal gespannten und gestimmten Drähten nahe an deren Ende durch Zwischendrähte mit eingeschalteten Spiralfedern zu verbinden sind. Bei besonders hohen Räumen wendet der Erfinder zwei oder mehrere Lagen horizontaler Drähte an, welche ebenfalls unter einander durch Zwischendrähte und Spiralfedern verbunden werden. Die obere Lage von Drähten kann auch durch einen besonderen Raum oder durch einen Kasten geführt werden, welcher mit einem dämpfenden Material ausgekleidet ist, um die Vibration zu schwächen.

Eine ähnliche Anordnung von Drähten will Engert auch benutzen, um den Schall von einem Raum nach einem anderen fortzupflanzen.

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