Titel: Entzündungen durch Salpetersäure.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 240/Miszelle 22 (S. 163)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj240/mi240mi02_22

Entzündungen durch Salpetersäure.

Daſs Salpetersäure von mindestens 1,5 sp. G. im Stande ist, Pflanzenstoffe zu entzünden, läſst sich nach K. Kraut (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1881 S. 301) in folgender Weise zeigen. Man füllt einen 25cm langen und 40cm hohen Kasten 15 bis 20cm hoch mit Sägespänen, Stroh, Heu u. dgl., stellt auf diese Unterlage ein Kochglas oder einen Becherkolben, welcher 25 bis 100cc Salpetersäure von mindestens 1,5 sp. G. enthält, füllt den übrigen Raum des Kastens gleichfalls mit Heu, Stroh oder ähnlichem Material, zertrümmert hierauf das Glasgefäſs, so daſs die Säure ausflieſst und sich gut vertheilt, worauf man sogleich einen Holzdeckel fest auflegt. Bereits nach 1 bis 2 Minuten werden Dämpfe sichtbar; einige Minuten später erscheint ein sehr dicker, weiſser Rauch, von der zersetzten Salpetersäure herrührend, welchem dann der Rauch des brennenden Verpackungsmaterials folgt. Oeffnet man nach 5 bis höchstens 10 Minuten, vom Beginn des Versuches an gerechnet, den Deckel, so findet man den Inhalt des Kastens mit lebhaft glimmender Kohle erfüllt, welche sich bei Zutritt der Luft entflammt und nicht selten das Holz des Kastens in Brand setzt. In anderen Fällen bedurfte es dieses Fortnehmens des Deckels nicht, um die wirkliche Entflammung hervorzurufen.

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