Titel: W. Wedding's Maschine für Festigkeitsversuche in der kgl. mechanisch-technischen Versuchsanstalt zu Berlin.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 240/Miszelle 3 (S. 238–239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj240/mi240mi03_3

W. Wedding's Maschine für Festigkeitsversuche in der kgl. mechanisch-technischen Versuchsanstalt zu Berlin.

Die Grundzüge der Construction der in der kgl. technischen Versuchsanstalt zu Berlin benutzten Wedding'schen Maschine für die Festigkeitsversuche sind im Wesentlichen folgende.

Die Maschine ist vorzugsweise bestimmt zur Untersuchung der Druck–, Biegungs- und Zugfestigkeit namentlich von Metallen. Bei der Untersuchung der Festigkeit gegen Druck ist es wünschenswerth, den zu prüfenden Körper einfach auf eine horizontale Platte stellen zu können, und ebenso ist es sehr bequem, namentlich schwere, stabförmige, auf Biegung zu untersuchende Stücke auf zwei Stützpunkte wagrecht aufzulegen, wohingegen bei Zugversuchen die senkrechte Aufhängung der Stücke vortheilhafter ist, damit bei den meist dünnen und langen Stäben die Wirkungen der seitlichen Durchbiegung beseitigt werden. In allen diesen Fällen muſs der zu gebende Druck oder Zug in senkrechter Richtung von oben nach unten stattfinden.

Zur Erzielung von Druck oder Zug können directe Gewichte nur bei kleinen Lasten angewendet werden. Für alle gröſseren Belastungen ist eine Multiplication der Gewichte durch Uebertragung nothwendig, die bis zu Wirkungen von 15000k durch einen einfachen Hebel und bei gröſseren Lasten (wie bei der vorliegenden, in den Verhandlungen des Vereines zur Beförderung des Gewerbefleiſses, 1881 * S. 206 in allen Einzelheiten mitgetheilten Maschine) durch eine Combination zweier Hebel erreicht sind. Durch die senkrechte Richtung des Druckes ist die wagrechte Lage der Hebel bedingt. Die zu prüfenden Stücke variiren in senkrechter Richtung durch ihre Dimension; aber auch der Punkt, auf den der Druck oder Zug ausgeübt wird, verändert seine Lage bei einer Belastung oder Entlastung in derselben Richtung. Um diesen Veränderungen Rechnung zu tragen, muſs der Unterstützungspunkt des einen oder (wenn zwei Hebel angewendet sind) beider Hebel in senkrechter Richtung verstellbar sein. Im vorliegenden Falle wird diese Stellbarkeit durch Schrauben erreicht, welche auch während der Untersuchung beliebig auf- oder niedergeschraubt werden können.

Als Belastungsgewicht dient eine Anzahl leicht hantirbarer Platten von je 25k Gewicht, die einzeln aufgelegt und abgenommen, im ganzen aber am Hebelarme hin- und hergeschoben werden können. Die Wirkung der Eigengewichte der Hebel ist durch Abbalancirung derselben ganz behoben. Die Messung der durch den Druck oder Zug an den geprüften Stücken hervorgebrachten Form Veränderungen findet an den Stücken selbst in solcher Weise |239| statt, daſs die durch die Belastung an den Auflager- bezieh. Einspannstellen entstehenden Eindrücke dabei ausgeschlossen werden.

Die in der kgl. technischen Versuchsanstalt in Berlin benutzte Maschine ist eingerichtet für einen Maximaldruck von 40000k. Die Länge der auf Biegungs- oder Zugfestigkeit zu untersuchenden Stücke ist auf Im begrenzt.

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