Titel: Badirtinctur.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 240/Miszelle 8 (S. 240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj240/mi240mi03_8

Badirtinctur.

„Nach langem Suchen gelang es mir endlich, das Problem zu lösen, Tinte ohne Hinterlassung der geringsten Spur auszulöschen: Man nehme einige Tropfen der Tinctur, benetze mit beigegebenem Pinsel die gerne hinweg gewünschte Stelle und trockne sie dann mit Löschpapier wieder ab; sobald das Papier getrocknet, fahre man mittels eines Falzbeines über die radirte Stelle und man wird, ohne das geringste zu merken, wieder wie zuvor darauf schreiben können. Selbstverständlich wird hierdurch Druck oder Farbe nicht irritirt. Man kann daher aus gedruckten Büchern Geschriebenes oder überhaupt Tinte ebenso sicher entfernen.“

So lautet die von Adolf Renz einem 35cc fassenden Fläschchen mit einer gelblichen Flüssigkeit beigegebene Gebrauchsanweisung. Diese Tinctur wurde vor einigen Tagen in Hannover vertrieben und erregte einiges Aufsehen, weil unmittelbar nachher eine groſsartige Fälschung eines Acceptes vermuthlich damit ausgeführt ist.

Man erhält eine der vorliegenden völlig gleiche Flüssigkeit durch Lösen von Chlorkalk in 2 Th. Wasser und Filtriren. Der wirkliche Werth eines solchen Fläschchens beträgt demnach 4 bis 5 Pf., während sich der glückliche Erfinder 75 Pf. bezahlen läſst. Einer Fälschung mit dieser Flüssigkeit wird wohl am einfachsten durch Ultramarin haltiges Papier (vgl. 1880 236500) vorgebeugt.

F. Fischer.

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