Titel: Zur Chemie der Platinmetalle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 240/Miszelle 10 (S. 325–326)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj240/mi240mi04_10

Zur Chemie der Platinmetalle.

Zieht man den durch Fällen von Platinmetallen mit Eisen erhaltenen schweren schwarzen Metallniederschlag mit Salzsäure aus, so ist nach Th. Wilm (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1881 S. 629) die erste Auskochung dunkelgrün braun und gibt beim Verdampfen ein fast nur aus den Chloriden des Kupfers und Eisens bestehendes schmutzig grünes Salz. Die weiteren Auskochungen enthalten schon bedeutend weniger Kupfer, welches von allen unedlen Begleitern neben Blei in den uralischen Platinerzen oft den gröſsten Theil ausmacht. Die Farbe dieser salzsauren Auszüge wird immer gelbbrauner, braun, bis sie endlich in rothbraun übergeht, – ein Beweis, daſs von nun an vorwiegend edle Metalle in Lösung gehen. Fällt man aus dem zweiten und dritten Auszuge das Kupfer und das meiste Blei mit Oxalsäure, so erhält man auf Zusatz von Chlorammonium und Alkohol einen Blei haltigen Niederschlag von Rhodiumverbindungen und aus dem Filtrat durch Abdampfen schon rothe Säulen der Verbindung Rh2Cl6(NH4Cl)6.3H2O, während Palladium in der Mutterlauge bleibt. Durch wiederholtes Umkrystallisiren geht Rieses Salz in die Verbindung Rh2Cl6(NH4Cl)4.2H2O über. Beim Glühen im Wasserstoffstrom bleibt das Metall genau in der Form der ursprünglichen rothen Krystalle als rein grau glänzende Masse zurück; es zeigt gegen Wasserstoff in gewöhnlicher Temperatur eine so auſserordentlich stark ausgeprägte Absorptionsfähigkeit, daſs es darin beinahe noch das Palladium zu übertreffen scheint. Namentlich ist die Fähigkeit, sich fast augenblicklich beim Ueberleiten von Wasserstoffgas in der Kälte bedeutend zu erhitzen und nach dem Erkalten in demselben in diesem mit Wasserstoff verbundenen Zustande ebenso schnell beim geringsten Luftzutritt unter noch gröſserer Wärmeentwicklung den Wasserstoff zu Wasser zu verbrennen, auſserordentlich charakteristisch und kann dieser Versuch, ohne daſs man eine merkliche Schwächung dieser Absorbtionsfähigkeit merkt, wie beim Palladium der Fall, unzählige Male hinter einander mit demselben Erfolge wiederholen. Benetzt man das Rhodium mit Salzsäure und läſst an der Luft stehen, so geht es theilweise in Lösung.

Leitet man Wasserstoff durch die von Kupfer mit Oxalsäure befreite Lösung der Platinmetalle, so scheiden sich dieselben metallisch aus, reiſsen aber die geringen Mengen des vorhandenen Kupfers und Bleies mit nieder und sind davon auch durch Behandlung mit Salzsäure nicht zu trennen. Auch durch Reduction der obigen Lösung mit ameisensaurem Natrium ist diese Trennung nicht zu erreichen.

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Zum Nachweis geringer Mengen von Platin versetzt Frederick (Chemical News, 1881 Bd. 43 S. 75) die zu untersuchende Lösung mit Jodkalium; selbst Spuren von Platinchlorid geben starke Rothfärbung.

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