Titel: W. H. Allen's selbstthätige Getreidewage.
Autor: Allen, W. H.
Fundstelle: 1881, Band 241 (S. 102–103)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj241/ar241052

W. H. Allen's selbstthätige Getreidewage.

Mit Abbildungen auf Tafel 10.

Die selbstthätige Getreidewage von W. H. Allen in New-York (* D. R. P. Kl. 42 Nr. 10 103 vom 24. December 1879), welche wie andere derartige Vorrichtungen zum selbstthätigen Verwiegen körnerförmiger oder pulveriger Massen überhaupt dienen kann, weist in so fern eine Neuerung auf, als der Getreideeinlauf ohne Unterbrechung vor sich geht. Dies wird durch Anwendung eines zweikammerigen Kippgefäſses in folgender Weise ermöglicht.

In dem mit Bodenöffnung und Einlauftrichter A (Fig. 10 bis 13 Taf. 10) versehenen Kasten C ist der Rahmen B befestigt, welcher die Schneiden D zur Lagerung des gegabelten Wagebalkens F trägt. Die an den vorderen Enden des letzteren angebrachten Stifte G stützen einen Rahmen I, an welchem die Schilde J befestigt sind. Die Schilde tragen um Zapfen K drehbar das durch eine feste Wand in zwei Hälften getheilte Gefäſs M, welches oben offen, unten aber mit Klappen O, O1 versehen ist. Nach hinten ist der Wagebalken F in einen Gewindebolzen verlängert, auf welchen das Gegengewicht f geschraubt ist, das zur Abtarirung des Gefäſses M dient. An f ist ein Gewicht R aufgehängt, welchem das Gewicht der Füllung einer Gefäſskammer entsprechen muſs, wenn die Wage ins Gleichgewicht treten soll. Das leere Gefäſs M wird deshalb durch R gehoben, bis der Wagebalken an den Anschlag Q stöſst; in dieser Stellung des Gefäſses legt sich der an seiner Zwischenwand befestigte Anschlag V gegen den am Rahmen B befestigten Backen W, wodurch das Gefäſs in geneigter Lage erhalten wird so zwar, daſs eine seiner Kammern sich unter dem Einlauf A befindet. Die Bodenklappe O dieser Kammer wird gleichzeitig durch eine zwischen den beiden Schilden J befestigte Stange P geschlossen gehalten. Füllt sich nun die Kammer mit dem einlaufenden Getreide o. dgl., so tritt die Wage schlieſslich ins Gleichgewicht, das Gefäſs M sinkt, sein Daumen V wird dadurch vom Backen W frei und das Gefäſs M muſs hierauf auch noch vermöge seiner einseitigen Belastung so um den Zapfen K ausschwingen, daſs sich der untere Rand der Gefäſszwischenwand von der Stange P entfernt und schlieſslich an eine zweite zwischen den Schilden J befestigte Stange P1 anlegt. In Folge dessen kann die Klappe O durch den Inhalt der gefüllten Gefäſszelle aufgedrückt werden und die Zelle selbst sich entleeren. Gleich nach Beginn der Entleerung steigt das Gefäſs M in Folge des Uebergewichtes R wieder, der Zapfen V legt sich dann an der anderen Seite des Backens W an und sichert die neue Gefäſslage.

Bei dem Kippen des Gefäſses um die Zapfen K wurde, wie leicht zu übersehen ist, die Bodenklappe O1 der zweiten Gefäſskammer gegen |103| P1 gedrückt und geschlossen, die zweite Kammer selbst aber unter den Einlauf gebracht, so daſs sich ihre Füllung vollzieht, während die erste Kammer sich gänzlich leert. Nach hinreichender Füllung tritt der Wechsel wieder in der beschriebenen Weise ein. Beim jedesmaligen Sinken des Gefaſses M wird mit Hilfe einer Stange S der Schalthebel T eines Zählwerkes U bethätigt, welches die Zahl der Füllungen angibt.

Die Vorrichtung ist allerdings sehr einfach; ihre Anwendbarkeit dürfte indeſs nur auf solche Fälle beschränkt sein, in welchen keine besonders groſse Genauigkeit der Wägung erforderlich ist.

F. H–s.

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