Titel: Neuere Wasserstandszeiger mit Schwimmer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 241 (S. 168–170)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj241/ar241072

Neuere Wasserstandszeiger mit Schwimmer.

Patentklasse 13. Mit Abbildungen auf Tafel 14.

Die neueren Wasserstandszeiger mit Schwimmer sind entweder derartig eingerichtet, daſs der Schwimmer an einen Hebel angehängt ist, dessen Achse durch die Kessel- oder Gefäſswand hindurchgeht (in der Regel ohne Anwendung einer Stopfbüchse) und auſserhalb direct oder durch Räder u. dgl. mit einem Zeiger verbunden ist, oder es dient der Schwimmer dazu, in einer an beliebiger Stelle angebrachten Röhre einen durch eine Glaswand sichtbaren Zeiger zu bewegen. In diesem Falle kann das Glas der Einwirkung groſser Hitze entzogen werden, ohne daſs ein beweglicher Theil abgedichtet zu werden brauchte.

|169|

Zu der ersten Klasse gehört der in Fig. 8 und 9 Taf. 14 dargestellte Wasserstandszeiger von M. Neuerburg in Köln (* D. R. P. Nr. 4170 vom 25. Juni 1878). Der Schwimmer ist direct auf dem Hebel E befestigt, dessen Achse in der Höhe des normalen Wasserstandes durch die Kesselwand geht. Die Dichtung wird dadurch bewirkt, daſs der Bund D der Hebelachse C durch den Dampf gegen die Stirnfläche der langen Hülse B gepreſst wird. Die hier erzeugte Reibung wird nicht bedeutend sein.

Bei dem Apparat von Th. Amphlett in Kiew (* D. R. P. Nr. 11666 vom 27. Mai 1880) ist ein besonderes Gehäuse auf den Kessel aufgesetzt. Der Schwimmer ist mittels einer Stange an einen Hebel angehängt, oder steht durch Zahnstange und Sector (vgl. Fig. 10 und 11 Taf. 14) mit der Zeigerachse in Verbindung; letztere ist mittels des conischen ventilartigen Absatzes gedichtet. An dem Gehäuse sind noch zwei Alarmpfeifen angebracht, deren Ventile bei zu hohem bezieh. zu tiefem Wasserstande durch den auf die Ventilstange aufgeklemmten Stellring E mittels der Winkelhebel F geöffnet werden.

Weniger gut als bei den beiden vorigen Apparaten dürfte die von R. Fleischer in Halle (* D. R. P. Nr. 5328 vom 27. September 1878) angewendete Dichtung der Achse sein. Dieselbe ist mit Hilfe zweier dünnwandiger concentrischer Stahlröhrchen b1 und b2 (Fig. 12 und 13 Taf. 14) von geringem Durchmesser bewerkstelligt; dieselben sind an dem einen Ende mit einander, an dem anderen Ende die äuſsere mit der Gehäusewand, die innere mit der nach auſsen gehenden Welle fest verbunden, so daſs eine Drehung der letzteren nur vermöge der Elasticität der Röhrchen möglich ist. Es ist auf diese Weise allerdings eine vollständige Abdichtung zu erreichen; doch müssen die Röhrchen, wenn auch bei gröſseren Schwankungen des Schwimmers die Wirkung noch zuverlässig sein soll, auſserordentlich dünn und eng sein. Auch wird diese Einrichtung nicht sehr dauerhaft sein.

Zu der zweiten der oben genannten Klassen ist zunächst die sehr einfache Anordnung von A. Büttner in Uerdingen a. Rh. (* D. R. P. Nr. 11996 vom 20. Juni 1880) zu rechnen, welche in Fig. 14 Taf. 14 zu ersehen ist. An das mit dem Kessel in der Höhe des Normalwasserstandes verbundene Gehäuse h ist das Wasserstandsglas g unten angehängt. In h befindet sich ein Schwimmer s, an welchem ein in das Glas hinabreichendes Stängelchen, welches unten eine Marke n trägt, befestigt ist. In dem Gehäuse h ist noch ein kleines Schauloch f angebracht, in welches mehrere durch Luftzwischenräume getrennte Glasscheibchen eingesetzt sind. – Da das Wasser in dem Wasserstandsglase bei einer derartigen Anordnung immer verhältniſsmäſsig kühl bleiben wird, so ist auch wohl nicht zu bezweifeln, daſs die Gläser bedeutend längere Zeit als gewöhnlich halten werden. Werden zweckmäſsige |170| Vorrichtungen zum Reinigen der Verbindungsröhren angewendet, so dürfte dieser Wasserstandszeiger auch zuverlässig genug sein.

Bei dem Wasserstandszeiger von Dupuch (Fig. 15 und 16 Taf. 14) ist wieder wie bei dem von Amphlett ein auf den Kessel aufgesetztes Gehäuse A vorhanden. Der Schwimmer ist auch mittels des gebogenen Lenkers G an einem Hebel L aufgehängt. Die Achse desselben tritt jedoch nicht aus dem Gehäuse heraus, sondern es wird von dem Endpunkt des Hebels L durch einen zweiten Lenker die mit einer Marke versehene Stange v bewegt. Diese befindet sich in einem Gehäuse E, welches an den vorderen Stutzen D des Gehäuses A unter Einschaltung eines schlechten Wärmeleiters bei F angehängt und vorn durch eine Glasplatte verschlossen ist. Letztere ist von innen mit einem Kautschukring in den aufgeschraubten Deckel des Gehäuses E eingelegt, so daſs sie durch den im Inneren von E herrschenden Druck angepreſst wird. Die Stange v hat oben einen ventilartigen Ansatz, welcher mit Hilfe der Schraube C fest auf seinen Sitz gepreſst werden kann. Hierdurch kann das Gehäuse E von A abgeschlossen werden, wenn etwa zur Reinigung o. dgl. die Glasplatte herausgenommen werden soll. Wird nach dem Einsetzen derselben die Verbindung wieder hergestellt, so tritt das Condensationswasser, welches sich in dem Stutzen D immer ansammeln und keine sehr hohe Temperatur haben wird, in E ein; es kann demnach niemals der heiſse Dampf mit der Glasplatte in Berührung treten. Die Verlängerung des Hebels L über die Drehachse hinaus öffnet das Ventil der Alarmpfeife bei zu hohem oder zu tiefem Wasserstande. Das die Schwimmerstange mit dem Hebel L verbindende Gelenk wird in Schlitzen des Rohres O vertical geführt. (Nach der Revue industrielle, 1880 S. 294.)

Der vielen Gelenke wegen, welche allerdings mit einigem Spielraum ausgeführt sein können, dürfte diese Construction, wenn sie auch manche Vorzüge besitzt, nicht besonders empfehlenswerth sein.

Einfacher und gleichsam eine Umkehrung der Büttner'schen Anordnung ist der Wasserstandszeiger von Gerkine-Ledent. Die oben geschlossene Glasröhre J (Fig. 17 Taf. 14), in welche der mit der Schwimmerstange verbundene Zeiger t hineinreicht, befindet sich hier über dem Gehäuse, der Schwimmer im Kessel selbst. Die Röhre steht demnach dem heiſsen Dampfe immer offen; es wird sich auch an der Wandung derselben leicht Condensationswasser niederschlagen und sie trüben; dennoch soll der Apparat sich bewährt haben und von der Gesellschaft John Cockerill in Seraing und vielen anderen belgischen und französischen Werken seit längerer Zeit mit Vorliebe verwendet werden. An dem Gehäuse B ist auſser der Alarmpfeife S noch ein Manometer M angeschraubt; erstere wird durch Anstoſsen der kleinen Platte p an die Hebel l zum Tönen gebracht. (Nach Revue industrielle, 1880 S. 384.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Tafeln


Orte
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: