Titel: Sassafras in einer Brauerei; von Dr. H. Vogel in Memmingen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 241/Miszelle 14 (S. 77–78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj241/mi241mi01_14

Sassafras in einer Brauerei; von Dr. H. Vogel in Memmingen.

Durch die Güte des hiesigen Oberzollamtes waren mir Holzspäne zugestellt worden, die sich in einer Brauerei vorgefunden haben. Der Brauer hatte dieselben offen liegen und machte kein Geheimniſs daraus, daſs er die Absicht hatte, das Holz in seinem Geschäfte zu verwenden, um dem Biere „schönes Aussehen und feinen Geschmack“ zu ertheilen. Die aus der Apotheke gekaufte Partie kam aber nicht zur Verwendung, weil das Holz einen verschimmelten Geschmack und Geruch zeigte. Ich konnte nun durch eine mikroskopische Untersuchung bestätigen, daſs die Späne Sassafrasholz waren. Da dasselbe sehr fein porös ist, auſserdem Gerbstoff enthält, so liegt allerdings der Gedanke nahe, daſs dasselbe vielleicht zum Klären Verwendung findet. Ein Fälschungsmittel „als Surrogat für Hopfen oder Malz“ ist es jedenfalls nicht. Wie mir nun Prof. Ott aus Weihenstephan mittheilt, glaubt Hr. Director Dr. Lintner, daſs hier mehr Aberglaube als ein neues specifisches Mittel vorliege. Daran mag in der That Wahres sein, weil auch die vorhandene Menge kaum ausgereicht hätte, um auch nur einigermaſsen ergiebig in Anwendung zu kommen.

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Da der betreffende Brauer aus Württemberg stammt, so wäre es vielleicht möglich, dort durch weitere Nachforschungen Näheres über einen Stoff zu erfahren, der bis jetzt in der chemischen Literatur des Bieres noch nicht bekannt gewesen ist.

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