Titel: Ueber die Brauchbarkeit des Azotometers.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 241/Miszelle 14 (S. 159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj241/mi241mi02_14

Ueber die Brauchbarkeit des Azotometers.

Bekanntlich liefert die Bestimmung des in Ammoniakform vorhandenen Stickstoffes durch Zersetzung mit bromirter Natronlauge in dem Azotometer nur dann genaue Resultate, wenn es sich um die Untersuchung solcher Stoffe handelt, welche nur Ammoniakverbindungen enthalten, dagegen frei von gewissen organischen Stoffen sind. Nach Versuchen von A. Morgen (Zeitschrift für analytische Chemie, 1881 S. 37) gibt diese Methode allerdings in reinen Lösungen von Ammoniaksalzen sehr befriedigende Resultate. Zur Bestimmung des Ammoniakstickstoffes in solchen Lösungen, welche neben Ammoniakverbindungen organische Stickstoffverbindungen enthalten, wie Eiweiſsstoffe, Amide, Peptone, Fermente, Alkaloide, Glykoside, ist diese Methode vollständig unbrauchbar, indem auch diese Körper durch eine bromirte Natronlauge eine von Gasentwicklung begleitete Zersetzung erleiden.

In Lösungen, welche neben Ammoniaksalzen keine organischen Stickstoff haltigen Verbindungen, dagegen organische Stickstoff freie Verbindungen in nicht zu groſser Menge enthalten, ist die erwähnte Methode der Ammoniakbestimmung anwendbar; ist der Gehalt solcher Lösungen an organischen Stickstoff freien Stoffen jedoch ein bedeutender (z.B. Maische), so können die nach dieser Methode erhaltenen Resultate zum mindesten keinen Anspruch auf groſse Zuverlässigkeit machen. Für die Bestimmung des durch Zersetzung amidartiger Verbindungen durch Säuren erhaltenen sogenannten abgespaltenen Ammoniaks ist das Azotometer als ein absolut unbrauchbares Instrument zu bezeichnen, indem auch die Amidosäuren, sowie wahrscheinlich andere in diesen Flüssigkeiten noch vorhandene organische Stickstoffverbindungen, als Peptone, Alkaloide und Glykoside, durch die bromirte Natronlauge unter Gasentwicklung zersetzt werden.

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