Titel: Laffert's Umschalter für Fernsprecher, Mikrophon und Glocke.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1881, Band 241/Miszelle 5 (S. 155–156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj241/mi241mi02_5

Laffert's Umschalter für Fernsprecher, Mikrophon und Glocke.

In manchen Fällen, namentlich im Privatgebrauche, ist es wünschenswerth, bei gleichzeitiger Anwendung von Fernsprecher, Mikrophon und Lärmglocke, sowie der durch Mikrophon bedingten Batterie eine Vorrichtung zum Umschalten zu besitzen, welche selbstthätig wirkt und somit auch dem Laien den Gebrauch der genannten Apparate ohne vorhergegangene Anweisung gestattet. Premierlieutenant v. Laffert in Bautzen hat daher einen in der Elektrotechnischen Zeitschrift, 1881 * S. 176 eingehend beschriebenen Umschalter construirt, mittels dessen man zwei Zimmer durch Fernsprecher verbinden kann, ohne einer bestimmten Person die Bedienung der letzteren übertragen zu müssen; jede im Zimmer befindliche Person kann sich ohne weiteres selbst des Apparates bedienen, ohne daſs eine fehlerhafte Schaltung zu befürchten wäre.

Wenn die Ruftrompete als Wecker unter vielen Verhältnissen vollständig genügt, so zog v. Laffert doch einen Glocken weck er vor, den er für lebhaften Fernsprechverkehr für besser geeignet erachtet. Da ferner als Sender ein Mikrophon verwendet werden sollte und dieses so wie so die Anwendung einer Batterie verlangt, so wurde dem Batteriewecker der Vorzug vor dem elektromagnetischen Läutewerk gegeben.

Der Apparat hat die Gestalt eines verschlieſsbaren Schrankchens, in dessen Innerem an der oberen Hälfte der Rückwand das Mikrophon angeschraubt ist; darunter steht ein Fernsprecher, durch Leitungsschnüre mit den an der Rückwand befindlichen Klemmschrauben verbunden. Auf dem Schränkchen steht |156| die Signalglocke, versehen nach Art der Einrichtung bei Haustelegraphen mit einer Fallscheibe, welche markirt, daſs es geläutet hat, für den Fall, daſs etwa während des Läutens gerade Niemand anwesend sein sollte.

Für gewöhnlich ist auf beiden Stationen die Thür des Schrankes geschlossen; dann sind beide Wecker in die Leitung eingeschaltet. Zum Gebrauche öffnet man die Thür. Durch die Drehung derselben vollziehen sich durch in die Thür eingelassene Contacte nach einander folgende Verrichtungen: 1) der Wecker wird ausgeschaltet; 2) die Batterie wird in die Leitung eingeschaltet, wodurch der Wecker auf der anderen Station ertönt; 3) die Batterie wird wieder ausgeschaltet; 4) der Fernsprecher wird mit der Leitung verbunden, und endlich 5) ein Element der Batterie in das Mikrophon bezieh. dessen primäre Inductionsrolle eingeschaltet.

Nachdem in der Empfangsstation zufolge des Weckens ebenfalls die Schrankthür geöffnet worden ist, beginnt der Verkehr, indem die Telephone an das Ohr genommen werden und der Sprechende in den offenen Schrank hineinspricht.

E–e.

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